Swapfiets-Test: Das können die Räder mit dem blauen Vorderreifen

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Das niederländische Unternehmen Swapfiets expandiert weiter in Europa und will mit seinem erfolgreichen Fahrrad-Abo dazu beitragen, dass Städte noch umweltfreundlicher und lebenswerter werden. Deshalb kommt Swapfiets jetzt auch nach Wien und baut hier neben Städten wie Amsterdam, Barcelona, Berlin oder Paris seine Vision nachhaltiger und effizienter Mobilität in Europa aus. Wir haben die auffälligen Holland-Räder mit dem blauen Vorderreifen getestet. 

Mieten statt kaufen

Die extrem hohe Nachfrage macht neue Stadtfahrräder in Wien jetzt bereits zur Mangelware. Aber warum Räder kaufen, wenn es innovative Lösungen gibt, die sofort verfügbar sind: Swapfiets bietet jetzt für alle Fahrradinteressierten mit dem Fahrrad-Abo eine Alternative. Das Konzept von Swapfiets ist einfach: Für eine monatliche Gebühr ab 16,50€ erhalten Swapfiets Mitglieder ein voll funktionstüchtiges Fahrrad oder E-Fahrrad  für den eigenen Gebrauch. Wenn nötig, steht ein persönlicher Vor-Ort-Reparaturservice ohne zusätzliche Kosten zur Verfügung.

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Innerhalb von 48 Stunden kommt der "Swapper" zum über App oder Telefon vereinbarten Termin und Treffpunkt in der Innenstadt und repariert das Swapfiets. Wenn es nicht innerhalb von 10 Minuten repariert werden kann, wird es direkt gegen ein neues, fahrtüchtiges Exemplar ausgetauscht. Daher der Name Swapfiets - "swap" (das englische Wort für 'austauschen') und "fiets" (niederländisch für 'Fahrrad'). Für jedes Swapfiets-Mitglied ein eigenes Rad, das immer funktioniert – damit unterscheidet sich das 2014 in den Niederlanden gegründete Unternehmen deutlich von Sharing- oder Leasingkonzepten. Mit fast 220.000 Mitgliedern erfreut sich das Swapfiets-Konzept in Europa wachsender Beliebtheit.

Ab 16,90 € pro Monat 

Die Swapfiets-Website bietet einen detaillierten Überblick über Verfügbarkeit und Preise für die aktuell in Wien verfügbaren Fahrrad- und Elektromobilitätsprodukte. Über die mobile App sind die Swapfiets- AbonnentInnen immer mit dem Swapfiets-Service einfach und schnell verbunden (für iPhone und Android) . Das Standard-Singlespeed-Modell "Original" mit Hand und Rücktrittsbremse gibt es ab 16,90€ pro Monat. Das Modell "Deluxe 7" mit 7 Gängen (Shimano Nexus Getriebenabe) kann man ab 19.90 € im Monat mieten.

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Modell "Original" 

Beide Modelle haben einen Unisex-Rahmen, den es in Größen für Fahrer*innen zwischen 160cm und 200cm gibt. Ebenso sind sie mit LED Nabendynamo und Ringschloss ausgestattet. Um die Sicherheit zu erhöhen kommt jedes Modell noch mit einem extra Kettenschloss, das mit dem Ringschloss verbunden werden kann.

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Das doppelte abschließen des Rades ist Swapfiets übrigens besonders wichtig. Im Falle eines Diebstahls wird überprüft, ob man den Schlüssel hat - denn der belegt, dass man doppelt abgesperrt hat. Ist dies der Fall, zahlt man 40€ für das Original und 60€ für das Deluxe 7 Modell. Hat man jedoch keinen Schlüssel mehr, dann wird´s teuer: 350€ bzw. 450€ sind dann im Falle eines Diebstahls zu begleichen. Die Modelle sind übrigens StVO konform.

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Beide Modelle verfügen über einen vorderen Gepäckträger, Gummizüge können zwar nicht geliehen werden, aber für einen kleinen Aufpreis von 2€ bekommt man einen Korb dazu. Geringfügig anpassen und personalisieren darf man die Räder übrigens laut Wiener Storemanager Vincenz Goldinger schon. Wer also den Sattel tauschen oder hinten einen Gepäckträger montieren will, der kann das durchaus machen. Sollte das Rad jedoch ausgetauscht werden müssen, dann muss man logischerweise vor dem Tausch alles wieder in den Originalzustand versetzen. 

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Bequemes Dahinradeln 

Beide Modelle fahren sich Holland-Rad typisch bequem, die aufrechte Sitzhaltung ermöglicht ein sehr entspanntes Dahingeradle. Für all jene, die sonst eher auf sportlicheren Rädern unterwegs sind, ist dies erst mal etwas gewöhnungsbedürftig, nach wenigen Kilometern jedoch beginnt man die Vorteile zu schätzen. Ebenso wie jene des Rücktritts, der zwar ein nach hinten Drehen der Pedale (beispielsweise um zum Anfahren die Pedale in die richtige Position zu bringen) unmöglich macht, andererseits richtig eingesetzt ein Bremsen beispielsweise auch dann ermöglicht, wenn die rechte Hand nicht am Bremshebel sein kann (beispielsweise, weil man gerade beim Rechtsabbiegen ein Handzeichen gibt) . 

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Wendig und schnell 

Die Räder überzeugen durch ihre Wendigkeit und die gute Übersetzung, die ein Beschleunigen auf der Geraden sehr einfach macht. Dem Modell "Original" jedoch würde gerade in Wien mit seinen doch nicht von der Hand zu weisenden Steigungen ein größeres Ritzel nicht schaden. Das Modell "Deluxe 7" hingegen bietet alles, was ein bequemes Stadtrad haben sollte: An Ampeln und Steigungen kommt man mit den kleinen Gängen leicht los und bergauf, auf der Geraden kann man in den höheren Gängen ziemlich flott dahin düsen, während man dank der aufrechten Sitzhaltung einen guten Überblick über das Verkehrsgeschehen hat. Nimmt man den Korb im Abo dazu, haben Einkäufe und alles, was man sonst noch so von A nach B transportieren will, darin leicht Platz. Wenn nicht bietet der Gepäckträger kombiniert mit Gummizügen oder Ähnlichem dennoch gute Transport-Möglichkeiten.

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Einfache Abwicklung

Swapfiets hat am Osterwochenende seinen Pop Up Store im 8. Bezirk in der Josefstädter Straße 55 eröffnet und bietet so auch in Zeiten des Lockdowns eine schnell verfügbare und kontaktlose (nach Corona-Regeln der Stadt Wien) Mobilitätsalternative in Wien. Der Swapfiets Pop Up Store Wien ist derzeit Mo - Fr 12 - 18 Uhr und Sa 12 - 17.30 Uhr geöffnet, Termine können auf www.swapfiets.at gebucht werden.

Marc de Vries, CEO von Swapfiets, sagt: „Lebenswertere Städte sind möglich, wenn intelligentere Mikromobilitätslösungen den Menschen helfen, ihr Auto zu Hause zu lassen. Wir bauen unser Angebot in Städten aus, die dieses Problem ernst nehmen und bereit sind, noch mehr in eine bessere Fahrradinfrastruktur zu investieren.“

 

Die Radlobby Testfahrt 


 

Einen Testbericht über den Service der anderen Miet-Rad-Anbieter Bike Gorillaz und Eddi Bike gibt es demnächst.