Kampagne: Abstand macht sicher

Mangelnde Seitenabstände überholender Autos erschrecken RadfahrerInnen. Abrupt geöffnete Autotüren stellen für Radfahrende eine signifikante Gefahr dar. Wer durch solche Situationen das Radfahren als gefährlich erlebt, fährt nicht gerne weiter Rad. Die Radlobby hat aus diesen Gründen eine Kampagne ins Leben gerufen, die wichtige Bewusstseinsveränderungen bei LenkerInnen motorisierter Fahrzeuge und RadlerInnen bewirken möchte und auch den Gesetzgeber miteinbezieht.

Die Radlobby-Kampagne „Abstand macht sicher“ geht 2015 mit dem Schwerpunkt Überholabstand in die nächste Runde. Dabei begrüßen wir den Österreichischen Radsport-Verband ÖRV als neuen Partner mit an Bord! Aus dem traurigen Anlass von "Dooring"-Unfällen durch unachtsam geöffnete Autotüren wird auch dieses drängende Thema von uns in die Kampagne integriert.

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Alle RadlerInnen, ob im Alltag oder bei einer Trainingsfahrt unterwegs, kennen die Schreckmomente, wenn sie von Autos zu eng oder auch zu schnell überholt werden. Die StVO schreibt vor, dass „beim Überholen ein der Verkehrssicherheit und der Fahrgeschwindigkeit entsprechender seitlicher Abstand vom Fahrzeug, das überholt wird, einzuhalten ist“, und dass zu einspurigen Fahrzeugen ein größerer Sicherheitsabstand einzuhalten ist als beim Überholen von Autos. Da diese Vorschrift zu ungenau ist, lehren Fahrschulen die ergänzende Daumenregel von „1m + 1 cm/Fahrgeschwindigkeit“, also zum Beispiel 1,5m bei 50 km/h des Kfz.

 

Radlobby und ÖRV greifen das drängende Thema nun gemeinsam auf und wenden sich damit an AutolenkerInnen: Der ausreichend sichere Seitenabstand zu Radfahrenden beim Überholen beträgt mindestens 1,5 Meter, sonst ist ein Überholen nicht sicher möglich. Also bitte Abstand einhalten oder rücksichtsvoll warten, bis sich die Gelegenheit zum sicheren, legalen Überholen ergibt. Diese Botschaft bringen wir dreifach in die Öffentlichkeit.

DER ABSTANDS-STICKER

Der Abstands-Sticker ist dem aktuellen Drahtesel beigelegt. AutofahrerInnen können mit dem Stoßstangen-Aufkleber zeigen, dass sie den Sicherheitsabstand einhalten, und auch andere AutofahrerInnen dazu auffordern. Einfach den Sticker abziehen und aufs eigene Auto kleben oder im Freundeskreis verteilen. Der Sticker ist natürlich wieder leicht entfernbar. Brauchen Sie mehr davon? Einfach im Radlobby-Büro in der Lichtenauergasse 4, 1020 Wien oder im ARGUS-Shop in der Frankenberggasse 11, 1040 Wien abholen (Öffnungszeiten beachten). Sie können die Sticker auch bei info@radlobby.at anfordern.

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DAS ABSTANDS-TRIKOT

RadlerInnen können mit diesem Rad-Trikot direkt bei der Fahrt die wichtige Botschaft an die AutolenkerInnen abgeben: Bitte Abstand halten! Um 35€ hier bei info@common-shirts.org ab 28.Mai bestellbar!

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DAS ABSTANDS-VIDEO

Das neue Youtube-Video der Radlobby zeigt, wie wichtig Rücksichtnahme durch richtigen Abstand ist. Anschauen, teilen, weitersenden:

Machen Sie mit und verbreiten Sie das Thema – damit Radfahren sicherer wird. Auf der Gesetzesebene setzt sich die Radlobby währenddessen beim Verkehrsministerium dafür ein, einen fixen Mindestabstand in der StVO zu verankern.

Kernforderung der Radlobby

„Die Radlobby fordert nach Vorbild der jüngsten portugiesischen Gesetzesänderung auch in Österreich die Verankerung eines verpflichtenden Seitenabstands für KFZ beim Überholen von RadlerInnen mit zumindest 1,5 Meter in der StVO!“ fasst Alec Hager, Sprecher Radlobby Österreich, die Forderung an den Gesetzgeber zusammen.

Dooring-Unfälle nehmen zu

Wiederholt wurden heuer RadfahrerInnen durch eine unachtsam geöffnete Autotür verletzt oder gar getötet. So zuletzt sogar ein Kind im Kindersitz am 4. Juni in Wien Simmering. In Graz hatten heuer schon zwei "Dooring"-Unfälle zu tödlichen Verletzungen geführt: Eine 74-jährige Radfahrerin, die am 28. April in Graz gegen eine geöffnete Autotür gefahren war, war später im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen erlegen. Davor ist am 6. April ist ein Radler (46) an den schweren Verletzungen, die er bei einem Dooring-Unfall in Graz-Gries erlitten hatte, gestorben.

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Diesbezüglich sind zwei Dinge ganz wichtig:

1. Eine Bewusstseinskampagne auf Bundesebene durch das bmvit, um AutolenkerInnen auf ihre Verantwortung aufmerksam zu machen und

2. Der richtige Seitenabstand von RadlerInnen zu parkenden Autos: mindestens 1,2m vom Lenkerende zum Parker.

 

 

 

 

 

 

 

Das können wir gemeinsam ändern:

KFZ

LenkerInnen von Autos oder Lastwägen: Öffnet eure Autotüren nicht ohne Schulterblick. Der ausreichend sichere Seitenabstand zu Radfahrenden beim Überholen beträgt mindestens 1,5 Meter, sonst ist ein Überholen nicht sicher möglich.

RAD

RadfahrerInnen: Der empfohlene Seitenabstand zu parkenden Autos, um abrupt geöffneten Türen ausweichen zu können,  beträgt mindestens 1,2 Meter.

MZS

VerkehrsplanerInnen: Die Mindestbreite eines Mehrzweckstreifens von 1,5 Metern neben parkenden Autos reicht nicht aus für genügend Bewegungsfreiheit und Sicherheit für Radverkehr. Die empfohlene Regelbreite beträgt 1,75 Meter.

BMVIT

Verkehrsministerium: Die gesetzliche Verankerung eines verpflichtenden Seitenabstands für KFZ beim Überholen von RadlerInnen sollte mit zumindest 1,5 Meter in der StVO verankert werden.

"Der Sicherheitsabstand ist die Knautschzone der Radfahrenden. Diese einzuhalten ist eine Frage der Rücksichtnahme der KFZ-LenkerInnen, aber auch eine der richtigen Spurwahl der RadlerInnen, die genug Abstand zu parkenden Autos und Fahrbahnrändern halten sollten, um enges Überholen und Türunfälle zu vermeiden." Die Kampagne „Abstand macht sicher!“ der Radlobby Österreich nimmt sich dieser wichtigen Sicherheitsthemen an.

Fakten & Gesetzeslage

In Wien sind 11%* der Radverkehrsunfälle durch geöffnete Autotüren verursacht (*MA 46). Den Seitenabstand zu stehenden Hindernissen schreibt die  StVO §7 (1) so vor: „Der Lenker eines Fahrzeuges hat, […] so weit rechts zu fahren, wie ihm dies unter Bedachtnahme auf die Leichtigkeit und Flüssigkeit des Verkehrs zumutbar und dies ohne Gefährdung, Behinderung oder Belästigung anderer Straßenbenützer, ohne eigene Gefährdung und ohne Beschädigung von Sachen möglich ist“ Der Öffnungsbereich von Autotüren erstreckt sich von 80cm bei Kleinwagen bis 1,5m bei Coupés oder LKWs. Die richtige Spurwahl durch RadlerInnen macht also sicher und ist StVO-Konform.

Daher:  Radfahrende sollen einen Seitenabstand von mindestens 1,2 Meter vom Lenkerende zu parkenden KFZ einhalten.

Der Seitenabstand beim Überholen von einspurigen Fahrzeugen wird ebenso von der StVO §15(4) beschrieben: „Beim Überholen ist ein der Verkehrssicherheit und der Fahrgeschwindigkeit entsprechender seitlicher Abstand vom Fahrzeug, das überholt wird, einzuhalten.“ Diese Definition gibt aber den Radfahrenden keine zuverlässige Rechtssicherheit.

Daher: Beim Überholen von Radfahrenden sollen KFZ einen Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 m einhalten!

Da dieser Seitenabstand sicherheitsrelevant ist und bei dessen Einhaltung die Fahrspur des Rades bei ca. 1,5 Meter vom parkenden Auto liegt, kann ein Mehrzweckstreifen mit der gängigen Mindestbreite laut RVS-Richtlinie von eben diesen 1,5 Metern dem Radfahrenden keinen Schutz mehr bieten, wodurch eine Änderung der Richtlinien unvermeidbar ist.

Daher: Die Mindestbreite von Mehrzweckstreifen neben Parkstreifen muss 1,75m betragen.

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Jene Person, die die Türe eines KFZ öffnet, ist laut StVO §23 (4) dafür verantwortlich, dass niemand dadurch gefährdet oder behindert wird: „Die Türen eines Fahrzeuges dürfen so lange nicht geöffnet werden und auch nicht geöffnet bleiben, als dadurch andere Straßenbenützer gefährdet oder behindert werden können.“

Daher: Autotüren keinesfalls vor einem/r herannahenden RadfahrerIn öffnen, Schulterblick nie vergessen!

Factsheet ADFC

Hier der sehr umfangreiche Factsheet zu Überholabständen des deutschen ADFC: DOWNLOAD PDF.