Mit dem Rad in die Schule

Die Förderung des Radfahrens am Weg zur Schule ist ein wichtiger Beitrag für  zukunftsfähige Mobilität. Fahrradfahren macht Spaß, ist gesund, umweltschonend, flexibel und preiswert. Am Schulweg, im Unterricht und auf Ausflügen kann die Freude am Radfahren gestärkt werden!

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Mit dem Fahrrad in die Schule

Dass es viele Vorteile hat zur Schule zu radeln, ist unbestritten. Dass Kinder gerne radfahren und viele SchülerInnen den Schulweg am liebsten mit dem Fahrrad zurücklegen wollen, ist ebenso bekannt. Die tägliche Portion Bewegung hilft Kindern, sich im Unterricht besser zu konzentrieren. Dennoch radelt laut aktueller VCÖ-Studie (2015) nur jedes vierte Kind in Österreich zumindest gelegentlich zur Schule. Und das obwohl neun von zehn Kindern in Österreich das Fahrrad in der Freizeit nutzen. Als Grund dafür wird die mangelnde Verkehrssicherheit am Schulweg genannt. Auch ist leider die österreichische Gesetzeslage zu Kindern und Radfahren nicht zum Vorteil der selbständigen Radmobilität des Nachwuchses.

Autofreie Zonen statt Elterntaxis

Mangels Verkehrssicherheit für den Schulweg auf das Fahrrad zu verzichten und die Kinder stattdessen zur Schule zu chauffieren, ist der falsche Weg. Denn so genannte Elterntaxis zur Schule sind selbst Verursacher des gefährdenden motorisierten Verkehrs rund um Schulen. Selbst der deutsche Automobilclub ADAC kommt zum Schluss, dass es gefährlicher ist sein Kind in die Schule zu fahren, als es selbst gehen zu lassen. Eltern tragen also zur Verkehrssicherheit bei, wenn sie nicht mit dem Auto fahren.

Bei der Schaffung eines sicheren Schulumfelds besteht in Österreich dringender Handlungsbedarf. Die Radlobby setzt sich für temporäre autofreie Zonen vor Schulen ein, wie es Leibnitz und Bozen vorzeigen, und für sichere Radwege zu Schulen.

Sicherer Schulweg

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Kinder, die das Fahrrad regelmäßig nutzen, verbessern stetig ihre Fahrradbeherrschung und lernen schnell sich auf den Verkehr zu konzentrieren. Je mehr Kinder zur Schule fahren, desto sicherer wird das Fahrradfahren. Nebenbei etabliert sich eine Art „Rad-Norm“, es wird selbstverständlich das Fahrrad auf dem Schulweg zu benutzen.


Die beste Route finden

Wenn Sie den sichersten Schulweg für ihre Kinder recherchieren ist der kürzeste Weg manchmal nicht der beste. Die Route sollte verkehrsarm sein und wenige und überschaubare Kreuzungen aufweisen. Routenplaner können bei der Wahl der Strecke eine wichtige Hilfe sein. In Hessen etwa gibt es dafür sogar einen eigenen Schülerradroutenplaner.

Hilfreich ist es, den Schulweg mehrmals in beide Richtung gemeinsam abzufahren und auf mögliche Gefahren aufmerksam zu machen, bevor das Kind den Schulweg allein zurücklegt. Dabei ist zu beachten, dass in Österreich Kinder erst ab zwölf Jahren allein mit dem Fahrrad auf der Straße fahren dürfen. Davor müssen sie von einer Aufsichtsperson begleitet werden, die zumindest 16 Jahre alt ist. Im Alter von zehn Jahren kann die freiwillige Fahrradprüfung abgelegt werden, die es zwei Jahre früher ermöglicht unbegleitet im Verkehr unterwegs zu sein.

Gemeinsam radeln motiviert

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Die Schule kann dabei helfen Radfahrgemeinschaften für einen gemeinsamen Schulweg zu organisieren. Im Nachbarland Liechtenstein gibt es den jährlichen „Mit dem Rad zur Schule“-Wettbewerb, der mit der Radlobby Kampagne „Radelt zur Arbeit“ vergleichbar ist. Der Wettbewerb richtet sich nicht nur an SchülerInnen, sondern auch an Eltern und Lehrpersonal.

Ein Vorzeigeprojekt aus Österreich ist „BIKEline“, wo das Gruppenradeln auf ausgewählten Routen stattfindet. An Haltestellen treffen sich die SchülerInnen zu festgelegten Zeiten und radeln zusammen zur Schule und dabei virtuell um die Welt. Sich mit KollegInnen vergleichen und Preise gewinnen zu können sind dabei zusätzliche Anreize. Bislang haben schon über 6.000 SchülerInnen an 73 Schulen mitgemacht.