Grünpfeile in Österreich

Seit der 33. Novelle der Straßenverkehrsordnung (StVO), die am 1. Oktober 2022 in Kraft trat, können Bezirkshauptmannschaften und Magistrate Radfahrenden an einzelnen Kreuzungen das Rechtsabbiegen bei Rot erlauben, indem sie dort per Verordnung ein Zusatzschild mit grünem Pfeil anbringen lassen. An T-Kreuzungen können sie mit solchen Schildern auch das Geradeausfahren bei Rot ermöglichen. Damit ist endlich auch in Österreich erlaubt, was in Ländern wie Frankreich, Belgien, den Niederlanden, Dänemark und der Schweiz schon länger gang und gäbe ist. 

Eine sinnvolle Maßnahme, sagt Radlobby-Sprecher Roland Romano: „Ampeln wurden primär für den motorisierten Verkehr erfunden. Fußgänger*innen und Radfahrende kommen meist ohne Ampel aus. Der Grünpfeil fürs Rad ist daher ein Schritt in die richtige Richtung, um unnötige Wartezeiten zu reduzieren.“

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Wie schon im Radlobby-Faktencheck zur StVO-Novelle erwähnt fordert die Radlobby:

  • Bessere Sichtbarkeit: In Wien hat sich gezeigt, dass das Grünpfeil-Schild oft nicht gut erkennbar ist, wenn es nicht an der Haltelinie angebracht ist. Die weiter entfernten Schilder sollten zukünftig ein größeres Tafelformat aufweisen, wie das zum Beispiel schon in Klagenfurt der Fall ist. Alternativ kann eine zweite (kleine) Tafel näher an der Haltelinie angebracht werden.
  • Weiterfahrt ohne Halt: In Ländern wie Belgien, Dänemark, Frankreich und der Schweiz gilt das "Vorrang geben"-Prinzip ohne Halt, was einen besseren Verkehrsfluss für Radfahrende bietet. Diese Änderung wäre auch in Österreich sinnvoll. Gemäß großer BASt-Studie ist der Rechtspfeil in Deutschland "verkehrssicher möglich", auch wenn von vielen kein völliger Stillstand erreicht wird.
  • Es besteht Bedarf an verstärkter Information und Aufklärung über die Bedeutung von Grünpfeilen auch bei Nicht-Radfahrenden, um deren Verständnis und die sichere Anwendung dieser Regelung zu fördern.
  • Anknüpfend an die merkbar rasche Ausrollung von vielen Grünpfeilen in Wien sollte der Einsatz von Grünpfeilen noch viel intensiver in den Bundesländern genutzt werden. Hier besteht noch großes Potenzial

Radlobby-Übersichtskarte der Grünpfeile in Österreich

Die Radlobby hat alle bisher verordneten/in Umsetzung befindenden Grünpfeile in Österreich gesammelt (Stand: Jän. 2024):

Hier geht es zur Karte

Mit Abstand die meisten Grünpfeil-Zusatztafeln kann Wien aufweisen. Eine genaue Radlobby-Analyse zu Wien finden Sie hier. Über 337 Grünpfeile wurden bisher in Wien verordnet. Zum Vergleich: Innsbruck (2), Graz (3), Salzburg (5) und Klagenfurt (16) haben bisher nur an einzelnen Kreuzungen Umsetzungen vorgenommen. In Linz sind immerhin bis zu 25 Grünpfeile angekündigt. Auch die Stadt Tulln nutzt die neue Möglichkeit, dem Radverkehr das Vorankommen zu vereinfachen, an bisher fünf Relationen an Ampel-Kreuzungen. 

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So kommen Sie zu Grünpfeilen

Sie wollen mehr Rad-Grünpfeile in Ihrer Gemeinde? Wenden Sie sich mit Vorschlägen an Ihre Straßenverwaltungsbehörde oder suchen Sie den Kontakt zu Ihrer Radlobby-Landesorganisation, um ein Grünpfeil-Anliegen zur Prüfung zu bringen. 

Wann eine Grünpfeil-Zusatztafel verordnet werden kann, regelt das 14-seitige RVS-Arbeitspapier Nr. 36 „Einsatzkriterien für die Zusatztafel mit Grünpfeil für den Fahrradverkehr“ (kostenfreier Download hier). Verkehrsbehörden orientieren sich bei der Prüfung an den darin enthaltenen Kriterien und entscheiden dann, ob die Kreuzung für eine Zusatztafel mit Grünpfeil geeignet ist.

In ihrer Gemeinde oder Stadt wurden auch schon Grünpfeile für’s Rad umgesetzt und finden sich noch nicht in der Radlobby-Karte? Dann schreiben Sie uns ein Mail mit dem genauen Standort, Richtung des Pfeils und den Straßennamen an info@radlobby.at 

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