Goldene Speiche 2021: Geschützte Radstreifen ausgezeichnet

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Die Goldene Speiche ist die jährliche Auszeichnung der Radlobby Wien. Mit ihr wird die  beste Radverkehrsmaßnahme des Jahres prämiert. Die Goldene Speiche ist die jährliche Auszeichnung der Radlobby Wien. Mit ihr wird die  beste Radverkehrsmaßnahme des Jahres prämiert. Der Preis wurde am 4. Mai 2022 an die verantwortliche Bezirksvorstehung, die zuständige Stadträtin, die tätigen PlanerInnen und die behördlich Zuständigen und den AuftraggeberInnen überreicht.

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Preisverleihung Goldene Speiche 2021 v.r.n.l.: Patricia Davis (Bezirksvorstehung Innere Stadt), Ulli Sima (Verkehrsstadträtin), Martin-Mathias Mayerhofer und Mortiz Polacek (Magistratsabteilung 46), Martin Hrunek (Wiener Linien), Elisabeth Alexander (Magistratsabteilung 28), Ulich Kiermayr (Radfahren im Ersten), Roland Romano (Radlobby Wien)

Ob neuer Radweg, Verkehrsberuhigung, Ampelverbesserung, Abstellanlage oder eine andere Verbesserung - gesucht sind alle Neuerungen, die Radfahren sicherer, schneller und komfortabler machen. Die Goldene Speiche wird nach Nominierung durch den Vorstand der Radlobby Wien und finalem Voting im Rahmen einer Preisverleihung durch die Radlobby Wien vor Ort überreicht.

Ausgezeichnet wurden für 2021:

  • Bezirksvorstehung Innere Stadt, Fr. Patricia Davis
  • Stadträtin für Verkehr, Fr. Ulli Sima
  • Magistratsabteilung 28, Fr. Elisabeth Alexander
  • Magistratsabteilung 46, Hr. Martin-Mathias Mayerhofer und Hr. Moritz Polacek,
  • Wiener Linien, Hr. Martin Hrunek
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Ulli Sima (Verkehrsstadträtin), Roland Romano (Radlobby Wien), Ulich Kiermayr (Radfahren im Ersten)

Siegerprojekt 2021: Geschützte Radstreifen Ebendorferstraße und Rathausstraße

Vom Vorstand der Radlobby Wien wurden fünf Radverkehrsverbesserungen für die nähere Auswahl nominiert, die im Jahr 2021 umgesetzt wurden. Im finalen Voting konnten sich die geschützten Radstreifen in der Ebendorferstraße und Rathausstraße in der Nähe des Wiener Rathauses durchsetzen und wurden somit zum Siegerprojekt des Jahres 2021 gekürt.

"Die geschützten Radstreifen in Rathausnähe sind ein gelungenes Beispiel dafür, wie rasch sicherer Platz zum Radfahren geschaffen werden kann. Solche neuen Radspuren braucht Wien an vielen seiner bisher radweglosen Hauptstraßen".

– Roland Romano, Sprecher Radlobby Wien

Die neue Radinfrastruktur im Zuge des U-Bahnbaus zeigt, wie sicheres Radfahren in der Stadt gestaltet werden kann. Gerade für das Gebiet um die Universität Wien wünschen wir uns im Zuge der Neugestaltung nach Abschluss der Bauarbeiten deutlich mehr Platz und sichere Wege für Radfahrende.

– Ulrich Kiermayr, Sprecher Radfahren im Ersten

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Geschützter Radstreifen Ebendorferstraße

Anlässlich des U-Bahn-Baus im Umfeld der Landesgerichtsstraße waren sichere Umleitungen für den Radverkehr notwendig. Im Jahr 2021 wurde jeweils ein geschützter Radstreifen in der Ebendorferstraße sowie in der parallel verlaufenden Rathausstraße umgesetzt. Durch diese beiden neuen Verbindungen – als Radweg verordnete geschützte Radstreifen – ist das Radfahren sicher und angenehm möglich geworden. Zuvor durfte hier ausschließlich ungeschützt und teils nur in einer Richtung geradelt werden. Der Großteil des Straßenraumes war durch abgestellte Autos blockiert.

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Kindertauglicher geschützter Radstreifen Ebendorferstraße

Die beschilderten Strecken in der Ebendorferstraße und der Rathausstraße überzeugen als Einrichtungsradwege durch ihre Breite von 1,5 bis 2 Metern sowie durch ihren ca. 1 Meter breiten Schutzstreifen gemäß RVS Radverkehr. Als Trennelemente wurden jeweils eine Parkspur und eine Sperrfläche sowie mobile Leitbaken im 10-Meter-Abstand genutzt. In der Rathausstraße wurde ein etwas breiterer Zweirichtungsradweg angelegt, der ähnlich gut geschützt ist. An den ampelgeregelten Kreuzungen mit der Felderstraße wird der Radstreifen durch einen Randstein zum baulich getrennten Radweg. So sind radfahrende Menschen vor den Gefahren linksabbiegender Kraftfahrzeuge geschützt. 

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Entspanntes Radfahren in der Rathausstraße möglich

Die Umsetzung als geschützte Radstreifen ist im Vergleich zu baulichen Radwegen fünf bis zwanzig-fach günstiger und viel schneller realisierbar. Damit kann Wien schneller sichere Radfahrverbindungen umsetzen. Diese Vorteile sieht die Radlobby Wien durch dieses Projekt bestätigt. Innerhalb weniger Tage wurden zwei  jeweils 250 Meter lange attraktive Radfahrmöglichkeiten geschaffen. Diese Radverkehrsverbesserung zeigt wie einfach und kostengünstig Platz für den Radverkehr geschaffen werden kann. Wir hoffen dass sich alle anderen Bezirke bei der Umsetzung ihrer Hauptradrouten an Hauptstraßen daran ein Vorbild nehmen.

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Überblickkarte der beiden neuen geschützten Radstreifen Ebendorferstraße und Rathausstraße

Weitere vier Projekte 

Neben dem Siegerprojekt erhalten an dieser Stelle auch vier weitere Projekte eine Ehrennennung:

  • Fahrradfreundliche Straße Canovagasse, 1010 Wien
  • Fahrradstraße Bolzmanngasse, 1090 Wien
  • Zweirichtungsradweg Adolf-Blamauer-Gasse, 1030 Wien
  • Lückenschluss Nebenfahrbahn Altmannsdorfer Straße, 1120 Wien

Fahrradfreundliche Straße Canovagasse

Mit der Fahrbahnsanierung der Canovagasse im 1. Bezirk wurde die Verbindung vom Karlsplatz zum äußeren Ring-Radweg als sogenannte fahrradfreundliche Straße neugestaltet. Um den Vorrang der als Hauptradroute der Priorität 1 ausgewiesenen Route zu verdeutlichen erhielt die einmündende Bösendorferstraße und die Ring Nebenfahrbahn eine Fahrbahnaufdoppelung und entsprechende Beschilderung. Auf der Canovagasse selbst radelt man hervorragend ohne störende querliegende Randsteine bzw. Rampen. Im Rahmen der Petition Fahrradstraßen für jeden Bezirk! und nach dem Masterplan Fahrradstraßen hatte die Radlobby Wien eine Fahrradstraße gefordert.

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Fahrradfreundliche Straße Canovagasse, aus dem Bericht der Mobilitätsagentur Wien

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Fahrradstraße Boltzmanngasse

In der Boltzmanngasse zwischen Alserbachstraße bis zur Boltzmanngasse 18, auf Höhe der US-Amerikanischen Botschaft kam eine innerstädtische Fahrradstraße hinzu. Im weiteren Verlauf wurde die Boltzmanngasse (Hauptradroute der Priorität 2) ab der Botschaft zur fahrradfreundlichen Straße.

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Zweirichtungsradweg Adolf-Blamauer-Gasse

Mit dem 480 Meter langen Radweg vom Landstraßer Gürtel bis zur Aspangstraße gelang ein Lückenschluss im Hauptradwegenetz. Von der Ghegastraße kommend ist der auf der linken Seite liegende Zweirichtungsradweg durch die enorme Größe des Kreuzungsplateaus am Gürtel allerdings schlecht erreichbar. Hier fehlt eine Radfahrerüberfahrt für eine Vollkreuzung. Ebenso fehlt die Fahrradstraße Ghegastraße zur Anbindung nach Favoriten. Im angrenzenden Fasanviertel fehlt seit 2020 das Radkonzept Fasanviertel.

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Lückenschluss Nebenfahrbahn Altmannsdorfer Straße südlich Dr.-Boehringer-Gasse

Die Hauptradroute der Priorität 3 im 12. Wiener Gemeindebezirk brachte nach der Neugestaltung der Brücke über die Bahntrasse dieses Jahr eine kleine Verbesserung. Im Bereich des Firmenstandorts von Boehringer ist auf der Altmannsdorfer Straße eine Einbahnöffnung südlich der Dr.-Boehringer-Gasse hinzugekommen. Zwischen der Belghofergasse und Dr.-Boehringer-Gasse entstand ein baulich getrennter Geh- und Radweg.

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Siegerprojekte der Vorjahre

Die Goldene Speiche wurde 2013 das erste Mal vergeben. Im Jahr 2017 gewannen die zwei neu errichteten Radwege am Getreidemarkt den Preis. 2016 gewann die Einbahnöffnung Wipplingerstraße und 2015 war die fahrradfreundliche Goldschlagstraße auf Platz 1. Für 2014 wurde der Umbau der Radverkehrs-Schikane bei der U4 Station Radweg Margaretengürtel hin zu einer vorbildlichen Führung prämiert und für 2013 ging der Preis an die für den Radverkehr befahrbaren Haltestellenkaps Ottakringer Straße.

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