Radparken wird sicherer

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Eine erfreuliche Entwicklung: Raddiebstähle in Österreich gehen zurück bei steigenden Radverkehrszahlen und Radverkäufen. Derzeit sind die Zahlen in acht von neun Bundesländern rückläufig. Radparken wird also sicherer. Ein paar Dinge gibt es jedoch zu beachten. 

Schutzmaßnahmen 

Radfahren liegt im Trend. Immer mehr Österreicher nutzen das Fahrrad im Alltag oder zum privaten Vergnügen in der Freizeit. Jedoch ist es mit der Freude schnell vorbei, wenn das Fahrrad plötzlich gestohlen wurde. Nach Angaben des Bundeskriminalamts wurden im Jahr 2017 insgesamt 24.795 Räder als gestohlen gemeldet, 2018 waren es 22.568. Die Zahl der Anzeigen ging damit zum vierten Mal in Folge zurück. 
„Die Entwicklung ist erfreulich: Der Radverkehr nimmt zu, die Zahl der Fahrraddiebstähle geht zurück“, so VCÖ-Sprecher Christian Gratzer. Insgesamt wurden 2018 2.227 weniger Räder gestohlen als im Jahr 2017. Im Vergleich zum Jahr 2014 nahm die Zahl der Fahrraddiebstähle sogar um 5.706 ab. Insgesamt gibt es in Österreich laut VCÖ rund sechseinhalb Millionen Fahrräder.

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Hochwertige Schlösser und richtiges Absperren

Knapp die Hälfte (48 Prozent) der im Jahr 2017 gestohlenen Fahrräder waren einer Erhebung von VVO und KFV nach lediglich durch einfache Spiral- oder Kabelschlösser gesichert, die von Dieben innerhalb weniger Sekunden unauffällig mit Seitenschneidern durchtrennt werden können.

Den Rückgang bei den Fahrraddiebstählen in Österreich 2018 führte der VCÖ unter anderem auf das gestiegene Bewusstsein, das abgestellte Fahrrad mit einem guten Schloss abzusperren, zurück. Beim Absperren gilt es auch einige Regeln zu beachten:

„Fahrräder nur am Vorder- oder Hinterrad abzusperren ist nicht empfohlen. Durch die Lockerung einer Radachse kann so ohne große Hürden das Fahrrad entwendet werden. Zumindest der Fahrradrahmen sollte an einem stabilen Gegenstand (z.B. Radbügel) angesperrt werden.", erklärt Radlobby-Sprecher Roland Romano.

Teure Fahrräder sollten aufgrund eines höheren Diebstahlrisikos auch mit hochwertigen Schlössern gesichert werden. Die Fahrradbesitzer sind sich dieses Umstandes bewusst. Die Erhebung zeigt, dass teure Fahrräder durchschnittlich besser gesichert werden. Da aber kein Fahrradschloss absolute Sicherheit bietet und mit entsprechendem Werkzeug jedes noch so gute Schloss geknackt werden kann, sollte darauf verzichtet werden, teure Fahrräder über einen längeren Zeitraum im Freien abzustellen.

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Fahrradpass und Fase24-Registrierung: Informationen immer griffbereit

Wichtig ist, alle Fahrraddaten im Fahrradpass zu notieren, um so im Bedarfsfall alle Informationen bei der Hand zu haben. Das hilft der Polizei bei Fahndungsmaßnahmen. Der Pass liegt in jeder Polizeidienststelle auf oder kann ganz einfach auf der Homepage des Bundeskriminalamtes heruntergeladen und ausgefüllt werden. „Der Fahrradpass dient als Eigentumsnachweis. Dort können Sie die Daten Ihres Rades eintragen.“ 

Die größte Datenbank hat Fase24 mit mehr als 40.000 registrierten Fahrrädern. Die Registrierung kostet einmalig 8 Euro pro Rad und ist bei Händlern möglich sowie u.a. bei ÖAMTC-Stützpunkten und in Shop und Büros der Radlobby (hier 6 Euro für Mitglieder). „Derzeit nutzen drei Bundesländer und eine Landeshauptstadt den von ihnen angeforderten und von uns freigeschaltenen Zentralzugang“, erklärte Fase24-Chef Horst Reiter 2015. Eine Registrierung bei Fase24 dient auch als Besitznachweis und ersetzt damit einen eventuell nicht mehr auffindbaren Kaufbeleg.

Diebstahlzahlen rückläufig

In acht von neun Bundesländern sind die Diebstahlzahlen rückläufig. 

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Gute Radbügel sind wichtig, fehlen aber oft. „Die Anzahl der Abstellplätze für Fahrräder ist rasch weiter zu erhöhen. Das Ziel der Bundesregierung, den Radverkehr bis zum Jahr 2025 zu verdoppeln, ist nur mit mehr Rad-Infrastruktur und mit mehr Parkplätzen für Fahrräder erreichbar“, so der VCÖ. Neben der Öffentlichen Hand sieht er auch Freizeiteinrichtungen, Supermärkte und Handelsketten gefordert, ihren Kunden mehr Abstellplätze für Fahrräder anzubieten.

Gute Radabstellanlagen sind für ein sicheres Radparken essenziell, sie sind ausschlaggebend für die Zufriedenheit der AlltagsradlerInnen und daher ein zentrales Element der Radverkehrsförderung. Angesichts eines sehr vielfältigen Angebots an unterschiedlichen Modellen und einer Vielzahl von Produzenten hat die Radlobby Österreich einen groß angelegten Radabstellanlagen-Testdurchgeführt, um für Bauträger und Gemeinden, für Investoren, Planende und Architektur-Schaffende sowie alle RadfahrerInnen eine Orientierung zum Radparken zu bieten. Die Broschüre "Ratgeber Radparken" soll mit Planungsleitfaden und Testergebnissen dabei helfen. Einfach hier downloaden und blättern: