Die radfreundliche Ringstraße 2020: Vision zum Autofreien Tag

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Die Ringstraße muss zum jetzigen Zeitpunkt zu vieles sein: Sie beherbergt einen von Österreichs meistbefahrenen Radwegen, führt zahllose TouristInnen rund um Wiens beliebte historische Innenstadt, ist Wegstrecke für gehende WienerInnen und stark frequentierte Straßenbahnlinie. Dazwischen sollen drei bis vier Spuren Autoverkehr Platz finden. Das führt zu Konflikten zwischen den schwächeren VerkehrsteilnehmerInnen, zu Lärm, Schmutz, Feinstaub und CO2-Ausstoß.

Dafür gibt es jedoch eine Lösung: Die Verlagerung des motorisierten Durchzugsverkehrs auf die Zweierlinie schafft Platz für den Umweltverbund am Ring, für menschenfreundliche Lebensqualität. Sie wertet den Ring zu seinem Ursprungsgedanken auf: Flaniermeile, Prachtboulevard, Wohlfühlzone. Der Ring würde wieder zu dem Schmuckstück, das er sein sollte.

Diese Verlagerung des Durchzugsverkehrs  bedeutet keine Isolation des Rings und der Inneren Stadt. Die Erschließung für motorisierte Anlieger und Anrainer, für Lieferverkehr und Einsatzfahrzeuge sowie Taxis und Fiaker braucht deutlich weniger Fläche und ermöglicht eine neue, moderne Flächennutzung. Nebenfahrbahnen und einspurige Fahrschneisen sowie Querungen in den ersten Bezirk sind dafür ausreichend, der frei werdende Platz kommt dem Umweltverbund zu Gute und entschärft die vorhandenen Konflikte: FußgängerInnen bekommen mehr Platz zum Gehen, Stehen und Schauen. Radfahrende können den Ring als notwendige Hauptroute nutzen und teilweise auf der Hauptfahrbahn geführt werden. Der öffentliche Verkehr kann seine überfüllten Haltestellen ausbauen. Dazwischen bleiben Verweilinseln und Grünfläche. Das ist die Radlobby-Vison für die Ringstraße 2020.

So könnte der Ring 2020 aussehen

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Download: Radlobby-Renderings zum "Radfreundlichen Ring 2020", Radlobby Montage Andrea Siegl / Cut out people by skalgubbar.se:

Foto-Flashmob am Autofreien Tag

Am Autofreien Tag 22.9. 17h findet eine Foto-Aktion der Plattform "Autofreie Stadt" vor dem Parlament zur Europäischen Mobilitätswoche zur Darstellung des Flächenverbrauchs der verschiedenen Verkehrsmittel statt. Motto: "Auto-Platzvergeudung am Ring zeigen!"

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DI Dr. Harald Frey vom TU Wien Institut für Verkehrswissenschaften bestätigt die Radlobby-Sichtweise: "Die Bedeutung der Ringstraße als Flanierzone und innerstädtischer Boulevard wird in ihrer derzeitigen Gestaltung  nur unzureichend berücksichtigt. Die derzeitige Flächenaufteilung zwischen Rad- und Fußverkehr führt zu Konflikten und wird den geforderten Qualitäten für den Umweltverbund nicht gerecht."

Weltweiter Trend: Autofreie Städte

Zum zehnten Mal sollte heuer die Veranstaltung "Rasen am Ring" am internationalen Autofreien Tag 22.9. die Wiener Ringstraße in eine Picknickwiese verwandeln. Die Veranstalterplattform "Autofreie Stadt" gibt heuer den Ball für die Verkehrswende am Ring an das zuständige Verkehrsressort der Stadt Wien und Vizebgm. Vassilakou weiter und fordert "Ring Frei" an Sonntagen.

Viele internationale Vorbilder zeigen den politischen Gestaltungswillen für mehr Lebensqualität und weniger motorisierten Verkehr: Paris macht die Champs-Élysées sonntags autofrei, Brüssels Innenstadt feierte soeben Autofreien Sonntag und Oslo wird 2019 dauerhaft autofrei. Sogar New Yorks Stadtregierung ruft seit 2008 zu autofreien Summer Streets auf. Die BIlderserie unten zeigt weitere Beispiele von Bogota bis Montreal.

"In diese illustre Runde könnte sich Wien einreihen - mit Ring Frei am Sonntag! Die Stadtregierung sollte den Ring an Sonntagen den Menschen zur Verfügung stellen, ohne motorisierte Platzvergeudung", fordert Axel Grunt von der Plattform "Autofreie Stadt". Nun wird der Forderung Nachdruck verliehen, indem die Plattform ihre beliebte und umstrittene Veranstaltung "Rasen am Ring" im 10. Jahr für beendet erklärt: "Nun ist die Stadt an der Reihe, am Autofreien Tag für entsprechende Aktionen zu sorgen, die dem internationalen Motto der Europäischen Mobilitätswoche gerecht werden."

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In Brüssel werden bei "Sans Voiture le Dimanche" sonntags große Prachtstraßen geöffnet.

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Das große "Still-Leben" auf der A60 in und nahe Essen lockt hunderttausende BesucherInnen an.

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Die innenstädtischen Straßen in Bogota werden im Rahmen der Ciclovias geöffnet. Die große Akzeptanz in der Bevölkerung spricht für sich: Zwei Millionen TeilnehmerInnen pro Sonntag!

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"Paris sans Voiture" (also Paris ohne Auto) ist wohl eine der größten Events dieser Art. Im September 2016 werden - noch größer als die Jahre davor - 650 km Straßen für Menschen, Jung bis Alt, geöffnet. Das Gebiet entspricht etwa 50% der Pariser Innenstadt.

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Montreal ruft zum stehenlassen des motorisierten Fahrzeuges auf. BewohnerInnen entdecken neue Orte und lernen ihre Stadt besser kennen.

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Bei Aktionen rund um den Carfree Day werden große Magistralen in Jakarta für den motorisierten Individualverkehr gesperrt. Fuß-, Rad- und Öffentlicher Verkehr wird gefördert und können reibungslos stattfinden.

 

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Bei der CicLAvia (ein Open Streets Event) in Los Angeles wurden ursprünglich ein mal pro Jahr gewisse Straßen für alle geöffnet. Mittlerweile verwandeln sich die Straßen vier mal jährlich in Orte der Begegnung. Geplant ist, die Straßen monatlich für alle verfügbar zu machen.

 

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Die sogenannten Sunday Streets in Berkeley sind dein Renner: Das Potential der sonst tristen Fahrbahnen wird an diesen Tagen besonders gut sichtbar.

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In Atlanta bringt die "Streets Alive" Ruhe in die Wohnviertel und öffnet neue Wege, zu Fuß zu gehen oder Rad zu fahren.

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"Open Streets" in Windsor über acht Kilometer im Stadtgebiet ist ein konzertierter Ablauf von Events und Orten der Begegnung im öffentlichen Raum.

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2013 wurde durch den Bürgermeister Roms die Via Dei Fori Imperiali nahe des Kollosseums für den motorisierten Verkehr gesperrt. In den kommenden Jahren soll schrittweise die Innenstadt autofrei und menschenfreundlich werden.

Download Fotosammlung Autofreie Städte (Stadtnamen, Aktion und Credit im Dateinamen):