Beim OÖ SternRADLn und der anschließenden Linzer Radparade am Sonntag, 20. September 2026, waren knapp 700 Radfahrerinnen und Radfahrer aus zahlreichen Gemeinden im oberösterreichischen Zentralraum unterwegs. Viele Familien und Kinder nahmen an den Sternfahrten nach Linz und an der anschließenden Radparade teil. Die Radlobby fordert sichere und durchgängige Radverbindungen zwischen den Gemeinden und Linz.
Aus zahlreichen Umlandgemeinden führten die Sternfahrten – vielfach mit Polizeibegleitung – zum Linzer Hauptplatz. Dort trafen die Gruppen um 10:30 Uhr zusammen, bevor die knapp 13 Kilometer lange Radparade startete.
Linzer Radparade: Rund drei Kilometer auf der A7
Die Radparade führte durch Linz und über die Donaubrücken. Besonders deutlich wurde der unterschiedliche Platzbedarf der Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer auf dem rund drei Kilometer langen Abschnitt der A7: Für die Radparade wurde die Autobahn vorübergehend für den Radverkehr geöffnet.
Beim anschließenden Familienfest am Segelflugplatz Linz konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer den Nachmittag ausklingen lassen. Neben Informationen der Linzer Segelflugvereine, Hangarführungen und Schnupperflügen gab es einen Radlobby-Infostand, geführte Entdeckungstouren und Schmankerl vom Foodtruck.
SternRADLn: Gemeinsam aus den Gemeinden nach Linz
Die Sternfahrten führten aus dem Linzer Umland und den angrenzenden Gemeinden zum Hauptplatz. Mit dabei waren Radfahrerinnen und Radfahrer unter anderem aus Traun, Pasching, Leonding, Ottensheim, Puchenau, Wilhering, Zwettl an der Rodl, Hellmonsödt, Enns, St. Georgen an der Gusen, Gallneukirchen und Steyregg.
„Das SternRADLn zeigt eindrucksvoll, dass Menschen bereit sind, auch längere Wege mit dem Rad zurückzulegen. Was vielerorts fehlt, sind sichere Alltagsverbindungen – gerade zwischen den Gemeinden und Linz. Die Lösungen sind bekannt, jetzt braucht es deren Umsetzung“, sagt Johannes Joos, Sprecher der Radlobby Oberösterreich.
Die gemeinsame Fahrt macht sichtbar, dass der Radverkehr nicht an Gemeindegrenzen endet. Für den Alltag braucht es sichere Verbindungen, die auch über Gemeindegrenzen hinweg funktionieren.
B126: Sichere Radverbindung von Zwettl und Hellmonsödt nach Linz
Ein besonders deutliches Beispiel ist die B126 zwischen Zwettl an der Rodl, Hellmonsödt und Linz, entlang derer auch heuer wieder eine Sternradfahrt führte. Die angrenzenden Gemeinden fordern seit Jahren eine sichere Radverbindung. Bereits 2014 wurde im Rahmen der Planungen für ein Radhauptroutennetz eine entsprechende Verbindung angekündigt, umgesetzt wurde sie bis heute nicht.
Die Radlobby fordert daher eine durchgängige Radverbindung von Zwettl und Hellmonsödt nach Linz sowie die Beseitigung der Mängel und Lücken auf der Leonfeldner Straße im Linzer Stadtgebiet: Noch immer gibt es dort nicht richtlinienkonforme Mini-Radfahrstreifen, Dooring-Zonen und Lücken in der Radinfrastruktur. Die Probleme sind seit Jahren bekannt und waren bereits 2022 Gegenstand eines TV-Berichts – konkrete Verbesserungen lassen weiterhin auf sich warten.
Siehe dazu auch: radlobby.at/linz/b126-mini-radstreifen
Donauradweg an der B127 zwischen Ottensheim und Puchenau aufwerten
Auch der Donauradweg an der B127 zwischen Ottensheim und Puchenau entspricht nicht mehr den Anforderungen an eine moderne Radhauptroute. Während die Verbindung zwischen Linz und Puchenau bereits auf einem deutlich höheren Standard ausgebaut wurde, bleibt der rund vier Kilometer lange Abschnitt bis Ottensheim bei Sicherheit und Komfort zurück.
Der Radweg ist abschnittsweise schmal, Einmündungen und Bushaltestellen führen zu Konfliktstellen, gleichzeitig verläuft unmittelbar daneben der stark befahrene Auto- und Lkw-Verkehr. Die Radlobby fordert, den erreichten Ausbaustandard von Linz über Puchenau konsequent bis Ottensheim fortzuführen.
Siehe auch: radlobby.at/oberoesterreich/upgrade-donauradweg-ottensheim-puchenau
B129: Lücke zwischen Linz und Wilhering schließen
Auch zwischen Wilhering und Linz fehlt weiterhin eine durchgängige Radverbindung. Entlang der vielbefahrenen B129 besteht auf rund fünf Kilometern eine Lücke in der Radinfrastruktur. Besonders deutlich wird der Handlungsbedarf dadurch, dass für diesen Abschnitt bereits vor Jahren ein Radweg geplant war.
Die Radlobby fordert, diese Lücke rasch zu schließen und damit eine sichere Verbindung für den Alltagsradverkehr zwischen Wilhering und Linz zu schaffen.
Siehe auch: radlobby.at/linz/radhauptroute-linz-wilhering
„Für Radinfrastruktur wird nach wie vor deutlich weniger Geld vorgesehen als für den Autoverkehr. Wer Klimaschutz und zukunftsfähige Mobilität ernst nimmt, muss mehr in sichere und durchgängige Radverbindungen investieren“, sagt Thomas Hofer, Sprecher der Radlobby Linz.
Drei Beispiele, ein gemeinsames Problem: Radhauptrouten bleiben lückenhaft
B126, B127 und B129 stehen stellvertretend für ein grundlegendes Problem im oberösterreichischen Zentralraum: Es gibt einzelne Radwege und gut ausgebaute Teilstücke, aber noch zu wenige durchgängige Radhauptrouten, die Gemeinden sicher miteinander verbinden.
Die Radlobby fordert daher:
- die rasche Umsetzung durchgängiger und sicherer Radhauptrouten im oberösterreichischen Zentralraum,
- sichere Radverbindungen zwischen den Umlandgemeinden und Linz, die auch über Gemeindegrenzen hinweg durchgängig sind,
- eine durchgängige und sichere Radverbindung entlang der B126 zwischen Zwettl, Hellmonsödt und Linz,
- die konsequente Aufwertung des Donauradwegs an der B127 zwischen Ottensheim und Puchenau auf den erreichten Standard der Verbindung Linz–Puchenau,
- den raschen Lückenschluss entlang der B129 zwischen Wilhering und Linz,
ausreichend Platz und sichere Führungen für den Radverkehr bereits bei der Planung und Gestaltung von Verkehrswegen.
Sichere Radwege dürfen nicht an Gemeindegrenzen enden.
Rückfragen:
Radlobby Oberösterreich: ooe@radlobby.at
Thomas Hofer, Sprecher Radlobby Linz und Beirat Zentralraum Oberösterreich, thomas.hofer@radlobby.at, Telefon: 0680 / 213 66 67
Pressefotos:
Verwendung mit Fotocredit laut Dateiname
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