Wien: Neue Förderprogramme für Transporträder

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Die Stadt Wien schafft 2020 mit zwei neuen Lastenradförderungen für Unternehmen und Privatpersonen einen wichtigen Anreiz zur Steigerung umweltfreundlicher Mobilität. Transporträder erleichtern den Alltag und bieten eine angenehme und entspannte Alternative zum motorisierten Verkehr: Der wöchentliche Großeinkauf, die benötigten Sachen für einen Badeausflug oder Kinder finden darin Platz.  

Förderung für Betriebe 

Der städtische Raum bietet ein hohes Potenzial für nachhaltigen Wirtschaftsverkehr. Kurze Transportwege lassen sich mit Lastenfahrrädern umweltschonend und effizient abwickeln. Die Stadt Wien fördert daher ab 1. Februar 2020 die Anschaffung von ein- und mehrspurigen elektrischen Lastenfahrrädern und Elektrolastenanhänger speziell für Betriebe in Wien. Insgesamt stehen dafür 800.000 EUR aus dem Ökostromfonds Wien zur Verfügung. Für die ersten drei Unternehmen pro Bezirk sowie bei Nachweis des Verkaufs oder der Verwertung eines mehrspurigen Fahrzeugs mit Verbrennungsmotor gibt es zusätzliche 500 EUR. In Wien gibt es bereits einige Betriebe, die elektrische Lastenfahrräder für ihre betrieblichen Wege einsetzen. 
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Förderung für Private

„Wenn mein Ziel ist, doppelt so viele Öffis und halb so viele Autos zu haben und den CO2-Ausstoß bis 2030 zu halbieren, braucht es Alternativen. Besonders in der Stadt sind Transportfahrräder eine gute Möglichkeit Lasten emissionsfrei zu transportieren. Damit werden CO2-Emissionen gespart und die Feinstaubbelastung reduziert“, sagt Birgit Hebein, Wiener Klimaschutz- und Verkehrsstadträtin. Nach dem Anlaufen der Transportfahrradförderung für Unternehmen, haben auch viele Private Interesse gezeigt. 

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Maximal werden 50 Prozent des Kaufpreises bis zu einer Höhe von 800 Euro refundiert. Handelt es sich um ein Lastenfahrrad mit Elektromotor erhöht sich die Fördersumme auf maximal 1.000 Euro. Diese Förderung gilt für neu gekaufte Transportfahrräder. Eine Behaltepflicht von zwei Jahren ist vorgesehen. Die Fördersumme wird mit 300.000 Euro begrenzt. Für gekaufte Transportfahrräder kann bis maximal drei Monate nach dem Kauf ein Förderantrag gestellt werden. Das gilt auch rückwirkend, d.h. Transportfahrräder die zu Jahresbeginn 2020 gekauft wurden können zur Förderung eingereicht werden.

Grätzlräder für Wien

Neben den Lastenrädern für die Wienerinnen und Wiener soll es auch neue Grätzlräder geben. Diese sollen zu 100 Prozent finanziell unterstützt werden. Wer ein solches Grätzlrad gefördert bekommt, verpflichtet sich, es der Bevölkerung gratis zur Verfügung zu stellen. Derzeit gibt es elf Grätzlräder, die Flotte des kostenlosen Sharing Angebot der Stadt soll um weitere zehn Räder aufgestockt werden.
Grätzlrad Wien ist im Zuge der Transportfahrradförderung der Stadt Wien im Jahr 2017 entstanden. Mehr als 3.000 Transportfahrten wurden mit den Grätzlrädern schon unternommen. Eine Auswertung der TU Wien zeigt: Wienerinnen und Wiener nehmen das Grätzlrad gut an. 

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Vorgeschichte

Die Stadt Wien hatte im März 2017 eine finanzielle Förderung von Transportfahrrädern beschlossen. Das Fördervolumen von 200.000 Euro war schnell ausgeschöpft und wurde im April 2017 um 100.000 Euro aufgestockt. Insgesamt wurden 322 derartige Bikes finanziell unterstützt. 51 davon in die Leopoldstadt, gefolgt von Landstraße (26) und Ottakring (23). Am wenigsten Interesse wurde aus den Bezirken Simmering (4), Liesing (6) und Hernals (7) bekundet. Für die Räder wurden insgesamt 300.000 Euro ausgeschüttet. 85 Prozent der Förderungen gingen an Privatpersonen, die restlichen 15 Prozent an Unternehmen. 2018 gab es für Wien gar keine Lastenradförderung. Ab 1. März 2019 wurden in Österreich auf Bundesebene erstmals Transportfahrräder und Elektro-Transportfahrräder auch für Privatpersonen gefördert, jedoch gab es keine Wienspezifische Förderung. Die neuen Förderprogramme sind eine eindeutige Verbesserung und ein wichtiger Schritt der Stadt, um die Verkehrswende für Privatpersonen und Betriebe zu unterstützen.