Erfolg: Stadt Wien fordert besseren Sicherheitsregeln für LKW - Direktsicht als neuer Standard

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Weg mit unsicheren Lkw! - Wien und siebzehn weitere europäische Städte forderten im November letzten Jahres gemeinsam schärfere Sicherheitsstandards für Lastwagen, um Fußgehende und Radfahrende besser zu schützen. Ein Erfolg, nachdem die Radlobby fünf Handlungsfelder zur Risikominimierung rund um Lkw identifiziert hatte. 

In einem offenen Brief wandten sich die Städte an EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker. Die Städte drängen gemeinsam darauf, dass die EU-Kommission bei der „längst überfälligen″ Neuauflage der Verordnungen zum Schutz von Radfahrenden und FußgängerInnen strengere Fahrzeugstandards vorschreiben solle.

Radfahrende und Fußgehende besser schützen 

In dem Brief heißt es unter anderem, die Städte seien bemüht, dass mehr Menschen zu Fuß gehen oder Rad fahren, da man die Stadt lebenswerter machen, die allgemeine Gesundheit steigern und die Umwelt schützen will. Einen wesentlichen Anteil habe dabei der Schutz der BewohnerInnen und deren Kinder – dieser soll etwa durch verbesserte Straßen, niedrigere Tempolimits und Verkehrsbildung gewährleistet werden. Die Bemühungen der Städte könnten aber nicht erfolgreich sein, wenn nicht parallel auch die Sicherheit von Autos und Lastwagen erhöht würde.

Auszug aus dem Brief: 
„(...) We believe mandatory requirements can be realistically introduced from the early 2020s. Road safety is a top priority for our citizens and so it should be for the European Commission. (…) We therefore ask you to speed up the review process and make a proposal for new and ambitious safety rules, in particular mandating standards for direct vision, by the end of 2017.“
(Deutsch: Wir glauben, dass verpflichtende Anforderungen realistischerweise Anfang 2020 eingeführt werden können. Straßensicherheit ist für unsere BürgerInnen höchste Priorität und das sollte sie auch für die europäische Kommission sein. (…) Daher bitten wir Sie, den Prüfungs-Prozess zu beschleunigen und bis Ende 2017 einen Antrag auf neue und ambitionierte Sicherheitsregeln zu stellen; insbesondere Standards für Direktsicht.) 

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So sieht ein Direktsicht-Lkw in der Praxis aus - im Bild ein Rechtslenker-Modell des Econic

Schon lange Thema 

2016 wurde in Wien ein zehnjähriges Mädchen von einem abbiegenden Lkw tödlich verletzt. Das Thema „toter Winkel″ und die Sicherheit der LKWs wird schon lange diskutiert, immer wieder kommt es zu schweren und sogar tödlichen Zusammenstößen von Schwerfahrzeugen mit verletzlichen Verkehrsteilnehmern.

Die Radlobby hat fünf Handlungsfelder identfiziert, um das Risiko durch Lkw zu minimieren.

Eine Erhebung in London (2015) hat ergeben, dass in 80 % der Zusammenstöße von LKW mit tödlichen Folgen für Nichtmotorisierte in Situationen mit schlechten Sichtbeziehungen stattfanden. Dies zeigt, wie hoch das Potential von Direktsicht-Lkws ist.

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Umstände der Zusammenstöße von Lkw mit nichtmotorisierten Verkehrsteilnehmern am Rad in London

 

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