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15. Wiener Radparade: Tausend trotzen trüben Wetter

Wien | Submitted on

Warum er mitradelt? “Weil es die schönste Versammlung ist, die Wien hat.” meint ein Radler. Das sehen wir genauso. Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechtes Equipment, so lautet das Sprichwort. Trotzdem wünschen wir uns für die größte Fahrraddemo des Jahres lieber Sonnenschein und Wärme als Regen und Temperaturen im unteren einstelligen Bereich. Umso erfreulicher war es, dass tausend Radlerinnen und Radler trotzdem gemeinsam durch Wien geradelt sind. “Radfahren kann man das ganze Jahr", sagt uns eine Radlerin, ja das stimmt, deshalb starten wir auch jedes Jahr mit dem traditionellen Neujahrsradeln. 

Radparade vor dem Burgtheater
Copyright: Peter Provaznik

Die Hauptfahrbahn, die sonst dem Autoverkehr vorbehalten ist, wurde zur Bühne des fahrenden Fahrradfests. “Weil wir mehr Platz verdient haben in der Stadt” sagt uns ein Mädchen, das mit ihren Eltern dabei ist. Eine Radlerin meinte, sie fahre mit “Weil es total schön ist, endlich mal diesen Raum zu bekommen.” Radinfrastruktur soll für alle Menschen gut gestaltet sein und funktionieren. In diesem Sinn, “von acht bis achtzig”, setzt die Radparade Jahr für Jahr genau dieser Vielfalt ein Zeichen. Eine Mutter sagte uns “Ich wollte meinen Sohn endlich mal wieder aufs Rad bringen, und ich dachte mir, hier ist es besonders sicher, dass er mal in der Masse mitfahren kann”. Vom kleinen Kinderrad bis zum großen Transportrad radeln alle für bessere Bedingungen fürs Radfahren. “Weil ich für bessere Radinfrastruktur in Wien plädiere.”, formuliert es ein Radler elegant. 

Roland Romano auf der Radparade
Copyright: Peter Provaznik


“Von den bis 2030 versprochenen 300 km Radwegen auf Hauptstraßen sind erst 60 umgesetzt, 10 von den 50 km Fahrradstraßen und erst 10 von 110 km Radschnellverbindungen. Es ist noch viel zu tun. Sowohl die Wiener Stadtregierung, wie die Bundesregierung sind aufgerufen mehr in den Radverkehr zu investieren, sonst droht die Umsetzungslücke noch größer zu werden.” so Radlobby Wien-Sprecher Roland Romano. 

Radparade vor dem Burgtheater
Copyright: Peter Provaznik

“Dass einfach mehr Menschen darauf aufmerksam gemacht werden, dass es besser ist, auf zwei Rädern unterwegs zu sein, als auf vier.” sagt uns eine junge Frau, “weil Radfahren Spaß macht” eine andere. Wir haben uns jedenfalls die Freude nicht nehmen lassen und trotz der Kälte die Demonstration für unser liebstes Verkehrsmittel zu einem großen Fest der Vielfalt gemacht. 


Stichworte: Kinder
Nimmt Bezug auf: Bike Festival

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