Die Vorarlberger Landesregierung stellt so gut wie alle Radweg-Projekte zurück oder sagt sie gleich ganz ab. Das ist ein massiver Rückschritt - moderne, zukunftsfähige Mobilitätsplanung sieht anders aus!
In den letzten Jahren wurde in Vorarlberg zunehmend in den Radverkehr investiert. Eine eigene Radverkehrsabteilung beim Landesstraßenbauamt erarbeitete Landesradrouten, um gemeindeübergreifendes Radfahren einfacher und sicherer zu machen. Das Land unterstützte Gemeinden sowohl planerisch als auch finanziell, um diese Landes-Radwege auszubauen und zu verbessern.
Viele Landesradrouten sind allerdings noch Stückwerk. manche Strecken sind nicht durchgängig und sicher befahrbar. Die Beschilderung lässt zu wünschen übrig, ebenso die Instandhaltung, Anstatt die Radwege nun weiter zu verbessern und sicherer zu machen, sagt die neue Landesregierung Projekte ab, oder „stellt sie zurück“ – wohl ein Euphemismus für späteres Einstellen.
Zuerst wurden die Fahrradbrücke über den Rhein in Lustenau und der Radweg in den Bregenzerwald von Schwarz-Blau abgesagt. Nun wackelt das Projekt „Radfahren durchs Ried“, durch das sichere Radverbindungen abseits der gefährlichen Landesstraßen ermöglicht werden sollten. Auch viele andere Projekte werden in einer Anfragebeantwortung von Landesstatthalter Bitschi in Frage gestellt. Selbst die Sanierung von bekannten Gefahrenstellen wird zurückgestellt. Das ist einfach fahrlässig und ein Hohn gegenüber den Alltagsradlern im ganzen Land. Unfallhäufungsstellen unverzüglich zu sanieren ist sogar gesetzlich vorgeschrieben.
Mehr Rad statt Auto ist eine Investition in die Gesundheit (Stichwort Bewegungsmangel und Übergewicht bei Kindern), es spart CO2, vermindert Lärm und verbessere die Luftqualität – erhöht also die Lebensqualität. Den Radverkehr nun für die nächsten Jahre aufs Abstellgleis zu stellen, ist einfach absurd. Gut ausgebaute Radwege ziehen überdies Radfahrer und Touristen an, die lokale Gastronomie, Unterkünfte und Geschäfte nutzen, Innenstädte werden (wieder-)belebt. Und, auch wenn die Wirtschaftspartei ÖVP das anders sieht: Auch Radwegebau kurbelt die Wirtschaft an.
Gerade im stark urban geprägten Rheintal brauche es urbane, moderne Mobilitäsplanung. Dass der Radverkehr nun dermaßen radikal ausgebremst wird und nur noch in Tunnelspinne und Landesstraßen investiert werden soll, ist eine rückwärtsgewandte Entscheidung und eine erschreckende Entwicklung.