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Wildschönau entschärft alpine Engstelle mit Vorzeige-Radweg

Tirol | Submitted on

Ein beachtliches Tiroler Infrastrukturprojekt zeigt derzeit, was technisch machbar ist: Die Entschärfung der berüchtigten Engstelle entlang der L3 Wildschönauer Straße zwischen Oberau und Mühltal. Wo sich Radfahrende bisher die steile, unübersichtliche Schluchtstrecke mit dem Autoverkehr teilen mussten, sorgt ab sofort ein rund ein Kilometer langer, baulich getrennter Geh- und Radweg für spürbare Sicherheit. Mit aufwendigen Hangsicherungen, Steinschlagnetzen und einer eigenen Radbrücke wurde die gefährliche Lücke im Hochtal dauerhaft geschlossen. Für Freizeitradler und den Sommertourismus ist dieser neue Abschnitt ein echter Gewinn und wertet die Region spürbar auf.

Bei aller Freude über diesen alpinen Lückenschluss bleibt die Prioritätensetzung bei der Finanzierung jedoch diskussionswürdig. Bei einem landesweiten Radwegebudget von lediglich rund 7 Millionen Euro flossen 4,5 Millionen (inkl. Regionalmittel) in dieses eine Projekt. Damit bindet ein Bauwerk, das vor allem dem Tourismus und einer kleinen Zielgruppe zugutekommt, den Großteil der verfügbaren Landesmittel, während im Alltagsnetz vielerorts noch dringender Aufholbedarf herrscht.

Um das volle Potenzial dieser Investition wirklich zu heben, muss nun der nächste logische Schritt folgen: Eine alltagstaugliche, verkehrsarme Anbindung hinab zum Bahnknotenpunkt Wörgl. Erst die Verknüpfung mit den Öffis im Inntal bringt auch die Einheimischen im Alltag aufs Rad und macht aus dem touristischen Vorzeigestück einen echten Beitrag zur Tiroler Mobilitätswende.

Einen ausführlichen Bericht zu diesem Projekt gibt es auch in der aktuellen Ausgabe unseres Mitgliedermagazins Drahtesel (3/2026).


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