Schnee zeigt uns, wo in der Verkehrsplanung und Straßengestaltung ungenützte Potentiale liegen. Wenn nach dem Wintereinbruch unberührte Weißflächen auf der Straße liegen bleiben, spricht man von Sneckdowns (Snow + Neckdown). Diese natürlichen Fahrbahnverengungen machen deutlich, wie viel Platz Autos eigentlich beanspruchen und wie viel Raum für Menschen frei werden könnte.
Was Sneckdowns verraten
Der Prozess ist simpel: Autos fahren nur dort, wo sie wirklich müssen. Der Rest bleibt weiß. Das offenbart:
- Überdimensionierte Kreuzungen: Wo Kurvenradien zu groß sind und Autos unnötig schnell abbiegen.
- Potenzial für Gehsteige, Radwege und Grünflächen: Wo Flächen für Fußgänger, Bäume oder sichere Radwege vorhanden wären, ohne den Verkehrsfluss zu stören.
- Reale Nutzungsmuster: Sogenannte „Desire Lines“ zeigen, welche Wege Menschen intuitiv wählen.
Werde aktiv: Dokumentieren und einsenden
Nutze den nächsten Schneefall für einen neuen Blick auf deine Straßen. Fotos von ungenutzten Flächen helfen uns, konkrete Verbesserungen einzufordern. Für Engagierte bietet sich hier auch der Einsatz kleiner Drohnen an, um die ungenutzten Potenziale direkt von oben festzuhalten.
Sneckdowns sind keine fertige Planung, aber ein sichtbares Argument für eine menschenfreundlichere Verkehrsräume. Manchmal braucht es eben eine Schneedecke, um das Offensichtliche sichtbar zu machen.
Wir freuen uns auf deine Bilder: tirol@radlobby.at