Direkt zum Inhalt

Neuer Schnellradweg zwischen Völs und Innsbruck in Reichweite

Tirol | Submitted on
Verbindung Innsbruck West-Völs
Copyright: ostertag Architects

Die Stadt Innsbruck spricht sich nun grundsätzlich für die integrierte Lösung aus, bei der der Rad- und Fußweg direkt an die neue Regionalbahnbrücke über den Inn angebunden wird.

Diese Entwicklung ist das Ergebnis einer breiten fachlichen Diskussion. In den vergangenen Monaten wurden Varianten verglichen, Verkehrsabläufe analysiert, Wartezeiten berechnet und Auswirkungen auf Sicherheit und Alltagstauglichkeit geprüft. Auch die Radlobby Tirol hat dazu fachliche Stellungnahmen eingebracht, Gespräche geführt und Daten aufbereitet.

Damit ist ein zentraler Meilenstein erreicht.
Nun fehlen noch die letzten verbindliche Klärungen und Beschlüsse, insbesondere auf Seite der Marktgemeinde Völs.

Verbindung Innsbruck West-Völs
Copyright: ostertag Architects / Verkehrsadaptierung: Radlobby Tirol

Variante 2: Führung entlang der Landesstraße

Die ursprünglich geplante Lösung hätte den Rad- und Fußverkehr weiterhin entlang der B171 geführt. Das hätte bedeutet:

  • zusätzliche Steigungen und eine enge Haarnadelkurve
  • Engstellen mit teils nur rund 2,3 Meter Breite
  • eine neue beschrankte Eisenbahnkreuzung vor der Autobahnbrücke
  • bei 15 Minuten Takt der Regionalbahn regelmäßig geschlossene Schranken
  • weiterhin problematische Beleuchtungssituation im Bereich der Innquerung

Für Freizeitverkehr mag das funktionieren.
Für den täglichen Pendelverkehr sind solche Faktoren jedoch entscheidend.

 

Verbindung Innsbruck West-Völs
Copyright: Radlobby Tirol

Variante 3: Integrierte Brückenlösung

Die nun favorisierte Variante 3 führt den Geh- und Radweg gemeinsam mit der Regionalbahn über alle drei Brücken, also auch über den Inn.

Die Vorteile:

  • durchgehend rund 3,5 Meter Breite
  • geringere Steigungen
  • klare, direkte Linienführung
  • keine zusätzliche Eisenbahnkreuzung
  • durchgehende Beleuchtung
  • direkte Anbindung an den Innradweg
  • weniger Konflikte zwischen Fuß- und Radverkehr

Damit entsteht eine schnelle Verbindung zwischen Innsbruck West und dem Bahnhof Völs.
Die Fahrzeit mit dem Rad beträgt je nach Ausgangspunkt nur wenige Minuten. In Kombination mit S Bahn und REX Halten entsteht erstmals eine echte, konkurrenzfähige Alternative zum Auto im westlichen Stadtgebiet.

Verbindung Innsbruck West-Völs
Copyright: ostertag Architects

Warum diese Entscheidung langfristig wirkt

Der Westen Innsbrucks wächst.
Neue Wohnquartiere in Kranebitten, Entwicklungen im Bereich Harterhof sowie Arbeits- und Bildungsstandorte werden in den kommenden Jahrzehnten zusätzliche Wege erzeugen.

Infrastrukturentscheidungen von heute beeinflussen, ob diese Wege künftig überwiegend mit dem Auto oder klimafreundlich zurückgelegt werden.

Eine hochwertige, direkte Verbindung ist daher keine Komfortfrage, sondern eine strukturelle Weichenstellung.

Verbindung Innsbruck West-Völs
Copyright: OpenStreetMap

Kosten und Erhaltung im Überblick

Die Mehrkosten für die integrierte Lösung liegen bei rund 1,5 Millionen Euro.

Die Finanzierung ist wie folgt vorgesehen:

  • 70 Prozent Land Tirol
  • 12,5 Prozent Stadt Innsbruck
  • 12,5 Prozent Marktgemeinde Völs
  • 5 Prozent Tourismusverband

Auch die langfristigen Erhaltungskosten bewegen sich in einer überschaubaren Größenordnung. Nach gängigen Erfahrungswerten liegen sie bei etwa 1 bis 2 Prozent der Errichtungskosten pro Jahr. Nach Anwendung der bestehenden Förderrichtlinien des Landes würde der Gemeindeanteil nur einen Bruchteil davon ausmachen.

Im Verhältnis zur Lebensdauer der Brücke und zum verkehrlichen Nutzen handelt es sich um gut kalkulierbare Beträge.


Jetzt geht es um Planungssicherheit

Die Entscheidung soll Anfang 2026 fallen, da danach das eisenbahnrechtliche Verfahren startet. Spätere grundlegende Anpassungen wären dann kaum mehr möglich. Die Regionalbahn ist ein zentrales Projekt für die Entwicklung von Völs und Innsbruck. Ob sie ihr volles Potenzial für klimafreundliche Mobilität entfalten kann, hängt auch davon ab, wie gut Menschen sie sicher und direkt erreichen können.

Die integrierte Brückenlösung bietet hier die schlüssigste Antwort.

Nach vielen Monaten fachlicher Diskussion ist diese Lösung nun realistisch geworden.
Jetzt geht es darum, die letzten offenen Fragen verbindlich zu klären und eine langfristig tragfähige Entscheidung zu treffen.


Quellen


Tirol - Termine