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Bahnhof Fritzens Wattens: Wenn Radverkehr ernst genommen wird

Tirol | Submitted on

Der neue Bahnhof Fritzens-Wattens zeigt, was möglich ist, wenn Radverkehr von Beginn an als selbstverständlicher Teil moderner Infrastruktur gedacht wird. Realisiert von der ÖBB-Infrastruktur AG gemeinsam mit dem Land Tirol sowie den Gemeinden Fritzens und Wattens, wurde hier nicht nur technisch modernisiert, sondern strukturell neu gedacht.

Geplant von Ostertag Architects überzeugt der Bahnhof durch klare Wegeführung, barrierefreie Erschließung mit vier Aufzügen, zwei großzügige Inselbahnsteige und eine kombinierte Rad- und Fußgängerbrücke als zentrale Verbindungsebene. Architektur und Funktion greifen hier sichtbar ineinander.

Aus Sicht der Radlobby besonders erfreulich: 160 Bike and Ride Stellplätze sind ein deutliches Bekenntnis zum Rad als Zubringer. Wer mit dem Fahrrad kommt, wird nicht geduldet, sondern eingeplant. Die neue Brücke verbindet direkt über die Gleise hinweg und macht aus dem Bahnhof einen Baustein im regionalen Alltagsnetz. Genau so entsteht echte Intermodalität.

Auch betrieblich wurde investiert. Neue Gleisanlagen, höhere Einfahrtsgeschwindigkeiten und die geplante Rückkehr eines stündlichen REX Halts ab Sommer 2027 stärken den Standort im Inntal.

Für uns ist dieses Projekt ein positives Beispiel dafür, was möglich ist, wenn das Fahrrad ernst genommen wird. Gute Radinfrastruktur entsteht dort, wo Planung, Politik und Betreiber Verantwortung übernehmen und Qualität umsetzen.

Jetzt braucht es den nächsten Schritt: Die sichere, durchgängige Radverbindung ins Zentrum von Wattens muss rasch realisiert werden. Ein moderner Bahnhof entfaltet sein volles Potenzial erst dann, wenn auch die Zufahrten hochwertig und sicher gestaltet sind. Wird das konsequent ergänzt, entsteht hier ein echtes Vorbild für integrierte Mobilität in Tirol.


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