Schmiedgasse: Angebote schaffen – statt Verbote aussprechen

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Stellungnahme der Radlobby ARGUS Steiermark zur Diskussion „Radverkehr in der Schmiedgasse“

Laut neuester Verkehrserhebung benutzt die Grazer Bevölkerung bereits für 19,3 % ihrer Alltagswege das Fahrrad, in der Innenstadt dürfte dieser Wert weit höher sein. Bei einer Einkaufscenter-Befragung durch die Radlobby ARGUS Steiermark schätzte das Kaufhaus Kastner & Öhler den Anteil seiner radelnden Kundschaft auf 30 %. Nach Meinung von Experten hätte Graz gute Voraussetzungen zur echten Fahrradstadt mit einem Potential von 30 bis 40 % Radverkehrsanteil. Viele Grazerinnen und Grazer sind bereit, mehr zu radeln, doch hinkt die Infrastruktur trotz punktueller Verbesserungen oft hinterher. 

Die Schmiedgasse ist Teil der wichtigen Nord-Süd-Achse und als einzige durchgängige Verbindung im Zentrum deshalb für den Radverkehr unverzichtbar. Die Radlobby ARGUS Steiermark hat bereits ein konkretes Konzept vorgelegt, wie die Radverkehrsströme in der Schmiedgasse reduziert werden  und somit etwaige Konflikte entschärft werden können. Die Devise muss sein, eine alternative Route als Ergänzung (nicht als Ersatz) zu schaffen. Als positives Beispiel kann hier der Franziskanerplatz genannt werden, der durch die Einbahnöffnung für den Radverkehr in der oberen Neutorgasse  entlastet wurde, aber trotzdem für Radfahrende offen blieb. Die Folge war eine signifikante Reduktion der Radverkehrsströme über den Franziskanerplatz.

Eine ebensolche Entlastungsroute für die Schmiedgasse muss Durchgängigkeit gewährleisten, um für den Radverkehr attraktiv zu sein und muss in die Planungen für die Straßenbahnentlastungsstrecke auf der Neutorgasse einbezogen werden. In diesem Zusammenhang bräuchte es auch Maßnahmen zur Reduktion des KFZ-Verkehrs in der Kaiserfeldgasse und einen Radweg entlang des Joanneumrings und der Radetzkystraße als Lückenschluss zwischen Eisernem Tor und Marburger Kai.

Die Beobachtungen und Bedenken einzelner Geschäftstreibenden in der Schmiedgasse sind ernst zu nehmen. Gleichzeitig stellten wir in unseren Gesprächen, die wir vor Ort geführt haben, fest, dass die Einschätzung der Situation sehr vom jeweiligen subjektiven Empfinden abhängt, handelt es sich doch hier keinesfalls um keinen Unfallhäufungspunkt. 

Die Radlobby ARGUS Steiermark spricht sich dagegen aus, Zufußgehende und Radfahrende gegeneinander auszuspielen – sowohl politisch als auch medial. Für eine Verbesserung der  Situation in der Schmiedgasse werden durchgängige Entlastungsmaßnahmen sowie bewusstseinsbildende Maßnahmen („Bitte um Rücksicht“-Transparent) befürwortet. Es muss weiterhin erlaubt bleiben, in angepasster Geschwindigkeit und rücksichtsvoller Fahrweise durch die Schmiedgasse zu radeln.