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Radunfälle-Kurve geht in der Steiermark weiter nach oben

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Gegenüber dem Vorjahr gab es 2024 mit
insgesamt 1773 Verletzungsunfällen 212 oder 13,6 % mehr. Dabei liegt der Anteil der
motorisierten „Fahrräder“ (E-Bikes und E-Scooter) bereits bei 43,5 % (2023: 42
%), die tödlich verlaufenen Unfälle passierten sogar ausschließlich in dieser Gruppe.
Überproportional ist der Zuwachs an Radunfällen außerhalb von Graz.
Während es 2024 in Österreich mit 10.061 Verletzten und 32 Getöteten im Vergleich
zum Vorjahr einen leichten Anstieg bzw. gleichbleibende Zahlen gab, ist das Plus in
der Steiermark um einiges deutlicher, nimmt man die Steiermark ohne Graz, mit +18
% sogar sehr deutlich. Positiv ist hingegen die statistische Entwicklung bei den
tödlich verlaufenen Crashes: In Graz gab es 2024 gar keinen (2023: 3), am Land 3
(2023: 11).

Radunfälle 2024 Vergleich Stmk. Graz
Copyright: Dieter Krainz/Statistik Austria
Tödliche Radunfälle Stmk. 2024
Copyright: Dieter Krainz/Statistik Austria

Anteil der Motorisierten schon bei 42 Prozent

Gestiegen ist der Anteil der E-Bikes und E-Scooter am Unfallgeschehen: 2023 betrug
dieser landesweit 42 %, 2024 schon 43,5 % (in Graz rund 37,5 % nach
33,7 %), wobei sich E-Bikes und E-Scooter in etwa die Waage halten.

Radunfälle 2024 E-Bikes und E-Scooter
Copyright: Dieter Krainz/Statistik Austria

Radunfälle seit 2010 mehr als verdoppelt

Selbstverständlich sind die Unfallzahlen immer vor dem Hintergrund des Zuwachses
an Radverkehr zu sehen, wobei sich der gestiegene Anteil an E-Bikes, E-Scootern
und anderen Gefährten Marke „Ich bin ein Fahrrad“ natürlich zu Buche schlägt.
Besonders dramatisch ist der Vergleich mit 2010, als man mit 782
Verletzungsunfällen steiermarkweit einen absoluten Tiefstwert erzielt hatte: Dem
gegenüber zeigte die Statistik 2024 ein Plus von sage und schreibe 189 %, in den
Bezirken (ohne Graz) sogar 263%. Auffällig ist, nimmt man wieder 2010 als
Referenzjahr, dass die Schere bei den Verletzungsunfällen zwischen Graz und der
übrigen Steiermark auseinandergeht: lag man vor 9 Jahren mit 381 und 401 ziemlich
gleichauf, klaffen nun die Zahlen mit 720 zu 1053 Unfällen mit Verletzungsfolgen
eklatant auseinander.
Eine Erklärung für dieses Land-Stadt-Gefälle dürfte in der Kombination von Tempo
und Selbstüberschätzung (Fahrfehler) zu suchen sein, wie der hohe Anteil von
Alleinunfällen nahelegt: In der Steiermark außerhalb Graz dominiert dieser Unfalltyp
mit 55 % noch deutlicher als in der Landeshauptstadt (44 %). Die meisten Kollisionen
passieren mit KFZ, wohingegen Unfälle mit Fußgänger*innen nachvollziehbar im
städtischen Bereich öfter vorkommen, mit einem Anteil von 4,4 Prozent (gegenüber
2,4 %) aber überschaubar sind. 

Radunfälle Stmk. 2024 Typen
Copyright: Dieter Krainz/Statistik Austria

Nicht zuletzt die Unfallzahlen und die vermehrten Konflikte im Bereich des
„Langsamverkehrs“ haben auch die Politik auf den Plan gerufen: Verkehrsminister
Peter Hanke hat eine StVO-Novelle angekündigt, für die neue Regeln für E-Mopeds
und E-Scooter in Aussicht gestellt werden.


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