Räder rechtssicher abstellen

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Das Fahrrad ist deswegen ein so geeignetes Alltagsverkehrsmittel weil es einen schnell, gesund und direkt von A nach B bringt – aber nur wenn an Start und Ziel auch einen Radparkplatz vorhanden ist. Oft ist das Parken zwar möglich, doch wo ist es auch erlaubt? Um zu vermeiden, dass das geparkte Fahrrad bei der Rückkehr nicht mehr vorzufinden ist, weil es von der Polizei oder einem Sicherheitsdienst entfernt wurde, hat die Radlobby hier die wichtigsten Grundlagen zusammen gefasst.

Das Parken ist erlaubt

  • Auf Gehsteigen sobald dieser mindestens 2,5 Meter breit ist (§ 68./ 4 StVO, s.u.) und nicht “wenn 2,5 Meter Restbreite bleiben”. Allerdings muss Behinderung vermieden werden, wenn diese besteht ist Entfernung “unter Beachtung der Verhältnismässigkeit” möglich.

  • An allen Wiener Bügeln oder anderen Radabstellanlagen

wienerbuegel_wien.gv.at

Wiener Bügel

  • An Verkehrszeichen, solange eben keine Behinderung besteht, lt. Polizei (die MA46 behauptet manchmal anderes)
  • Die Rechtslage wird in einem Artikel im Standard 2013 so interpretiert, dass auch an einem Mistkübel, einer Straßenlaterne, einer Baumumgrenzung und an einer Hausmauer das Rad angehängt beziehungsweise abgestellt werden darf, wenn nichts beschädigt wird, der Verkehr nicht beeinflusst ist, das Verkehrsschild als solches noch erkennbar bleibt, "und auf dem Gehsteig müssen 2,50 Meter Restbreite gegeben sein."
    Die Recherche der Radlobby zeigt jedoch, dass hierbei nicht die im Artikel erwähnte Restbreite von 2,5m Gehsteig notwendig ist, sondern eine Grundbreite von 2,5m gegeben sein muss. Weiters darf keine Behinderung vorliegen.
  • Auf Parkplätzen und Parkspuren generell (nein, diese sind nicht den motorisierten Fahrzeugen vorbehalten!)

Hier ist das Parken nicht erlaubt:

  • Im Haltestellenbereich städtischer Verkehrsbetriebe (laut Hausordnung), außer an Radabstellanlagen
  • Im Haltestellen- und Bahnhofsbereich der ÖBB, wo eben keine Radabstellanlagen sind. (laut Hausordnung)
  • Bei ausdrücklichen Verboten laut Beschilderung

Also nicht an Geländern vor U-Bahnen und Bimstationen oder Bahnhöfen. Die Entfernung ist den Betreibergesellschaften ausdrücklich zugestanden und auch nötig, wenn der Personenverkehr behindert wird. Wenn bzw. ob nicht, ist das eben wieder ein Frage der “Verhältnismäßigkeit”, wie manche U-Bahnzugänge beweisen. Und dazu kommt die “persönliche Abwägung”, also nach G’spür, oder wie es Radanwalt Pepelnik im Standard-Interview sagt: “Wer sein Rad an nicht dafür vorgesehenen Plätzen aufstellt, wird sich selbst Gedanken machen müssen. Sie können das Rad auch nicht mit in das Burgtheater nehmen, obwohl dort auch kein Schild steht, dass sie es nicht mitnehmen dürfen.”

Und in der StVO … ?

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“Ist ein Gehsteig mehr als 2,5 m breit, so dürfen Fahrräder auch auf dem Gehsteig abgestellt werden;” § 68. Verhalten der Radfahrer. Abs. 4

Hierbei muss jedoch klar sein, dass eben in Bereichen der ÖBB und städtischer Verkehrsbetriebe nicht die StVo gilt sondern eigene 'Hausordnungen' und die 2,5m Regelung hierbei eingeschränkt ist.