Radfahren in und gegen Einbahnen

Radfahren gegen die Einbahn ist erlaubt, wo es die Zusatztafel kennzeichnet:

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Radfahren gegen die Einbahn – ein voller Erfolg

Die Öffnung von Einbahnen für den Radverkehr ist eine besonders kostengünstige und sichere Maßnahme zur Radverkehrsförderung. Es erlaubt Radfahrenden die direkte Route zu nehmen und verkürzt damit die Wege erheblich. Da durch die Öffnung von Einbahnstraßen die Attraktivität des Radverkehrs massiv verbessert werden kann, ohne dass damit negative Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit oder auf andere VerkehrsteilnehmerInnen verbunden sind, wäre die prinzipielle Öffnung von Einbahnen eine große Erleichterung für Radfahrende und Verwaltung. Brüssel, beileibe keine Fahrradstadt sondern für noch weniger Radverkehrsanteil als Wien bekannt, hat 2009 per Gesetz alle Einbahnen für Radfahrende geöffnet (begründete Ausnahmen möglich). Österreichische Städte können diesem Beispiel schon jetzt auf Verwaltungsebene folgen, eine bundesweite Änderung in der StVO bietet sich an.

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Einbahnen sind sicher

Beim Radfahren gegen die Einbahn kann aufgrund des direkten Blickkontakts der Abstand bei der Begegnung viel besser eingeschätzt werden, weshalb beim Radeln gegen die Einbahn kaum Unfälle passieren. Trotzdem ist darauf zu achten, dass manche VerkehrsteilnehmerInnen keine RadfahrerInnen gegen die Einbahnrichtung erwarten. Bei seitlichen Ausfahrten und in Kreuzungsbereichen ist Vorsicht geboten. Im Zweifelsfall auf einen Vorrang verzichten, wenn nicht sicher ist, ob Sie gesehen wurden.

Auf der richtigen Seite

Häufig ist in verkehrsreichen Einbahnen zusätzlich zur Beschilderung eine Bodenmarkierung (z.B. Radstreifen) vorhanden. Bei der Bodenmarkierung herrscht aber sowohl bei AutofahrerInnen als auch bei RadfahrerInnen immer noch Aufklärungsbedarf. Manche glauben fälschlicherweise, dass der Radstreifen in beide Richtungen benützt werden soll. Nach der Straßenverkehrsordnung, §7, Abs. 1 sind aber RadfahrerInnen, die in die Einbahnrichtung fahren, – so wie alle StraßenbenützerInnen – an das Rechtsfahrgebot gebunden. AutofahrerInnen sollen den Radstreifen normalerweise nicht benützen, dürfen es aber z.B. beim Überholen, wenn sie gegen die Einbahn fahrende RadfahrerInnen nicht gefährden oder behindern.

Radlobby-Praxistipp: In Wohnstraßen ist das Radfahren gegen die Einbahn immer erlaubt, es muss nicht gesondert beschildert sein.

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Wohnstraße: Radfahren ist grundsätzlich in beide Richtungen erlaubt