Superblocks als Schlüssel für die Verkehrswende
Der 1. Österreichische Fußverkehrsgipfel fand von 22. bis 24. September 2025 in Graz statt und bot eine breite Palette an Keynotes, Themen-Sessions und Exkursionen, um den Fußverkehr in Österreich zu stärken. Radverkehr und Fußverkehr sind beides zentrale Teile des Umweltverbunds und müssen deshalb miteinander gedacht und geplant werden. Ein wichtiger Grund für uns auch am Fußverkehrsgipfel teilzunehmen, danke für die Einladung! Für die Radlobby lag ein besonderer Fokus auf den Lösungen für eine zukunftsfähige Stadtgestaltung. Hierbei spielten die Superblocks eine zentrale Rolle.
Innovative Instrumente für die Superblock-Transition
Ein Höhepunkt am ersten Konferenztag war die Parallel-Session 1.3 mit dem Titel „Mit Superblocks das Gehen fördern – Einblicke in die Praxis“. In dieser Session präsentierten Roland Romano (Radlobby Österreich) und Sophie Thiel (Verein Geht-Doch) den Vortrag „Bridging the gap to Superblocks – Innovative Instrumente zur Prozesserleichterung“.
Das Superblock-Konzept gilt als ein vielversprechender Ansatz, um Einzelmaßnahmen zur Förderung des Fußverkehrs quartierweise zu bündeln und umzusetzen. Die Fachreferent*innen betonten, dass Superblocks erwiesenermaßen einen großen Beitrag in gleich mehreren Disziplinen der nachhaltigen Entwicklung leisten, darunter Klimaschutz, Mobilität und die Steigerung der Lebensqualität.
Im Vortrag wurden essenzielle Instrumente vorgestellt, mit denen NGOs wie die Radlobby und Geht-Doch.Wien die Lücke zur Etablierung von Superblocks schließen können:
- Fachwissen und Datengrundlagen: Die Bereitstellung konkreter Erkenntnisse aus Forschungsprojekten wie SUPERBE ist wichtig, um Gebiete mit guter Eignung als Superblock mittels GIS-Analysen zu identifizieren. Dazu gehört auch die umfassende Toolbox Trans|formator:in als Wissensdatenbank zur Beschleunigung der Transformation von Straßen und Plätzen.
- Standards und Umsetzung: Es wurden die drei Ausbaustufen – Mindest-, Regel- und Goldstandard – für eine leichtere Implementierung vorgestellt. Der Regelstandard sieht beispielsweise die Umnutzung eines Teils der ehemaligen Kfz-Flächen für blau-grüne Infrastruktur sowie Fuß- und Radverkehr vor.
- Mobilisierung und Netzwerke: Die Session hob die Bedeutung von Petitionen und Unterschriftenlisten hervor, um Unterstützer*innen gezielt zu mobilisieren. Das Superblock-Konzept kann zudem Gemeinden bei der Zielerreichung in mehreren Dimensionen der SDGs unterstützen, weshalb Bündnisse verschiedener Sektoren die Umsetzung erleichtern.
Weitere Schwerpunkte des Gipfels
Der Fußverkehrsgipfel beleuchtete das Thema Gehen aus zahlreichen Perspektiven, was die Anschlussfähigkeit des Superblock-Konzepts an andere Mobilitätsstrategien verdeutlicht:
- Planung und Strategie: Es wurden Einblicke in existierende Planungen wie den Masterplan Gehen Josefstadt, den Mobilitätsplan Graz 2040 und die Potentialanalyse Superblocks Innsbruck gegeben. Zudem wurde der Entwurf der Entscheidungskriterien für Querungsstellen im Rahmen der in Ausarbeitung befindlichen Neufassung der RVS-Fußverkehr vorgestellt.
- Praxisbeispiele: Städte wie Graz (Neutorviertel), Wien (Pilotprojekt Supergrätzl Favoriten) und Innsbruck zeigten ihre Wege zu flächendeckender Kfz-Verkehrsberuhigung.
Sichere Räume: Sessions befassten sich intensiv mit der Neugestaltung von Schulumfeldern (Schulstraßen) sowie der Barrierefreiheit und Inklusion im öffentlichen Raum.
Die präsentierten Instrumente und Strategien unterstreichen das große Potenzial von Kfz-Verkehrsberuhigung für die Verkehrswende in Österreichs Städten und Gemeinden.
Facebook-Gruppe Superblocks Austria
Offizieller Rückblick zum Gipfel
Geht-Doch am 1. Fußverkehrsgipfel in Graz