Wenn man am Donauradweg die Abschnitte Puchenau–Linz und Ottensheim–Puchenau vergleicht, dann ist das wie Tag und Nacht. Gegenüber der großzügig ausgebauten Radhauptroute unterhalb von Puchenau liegt der bestehende Donauradweg oberhalb von Puchenau inzwischen in Sachen Attraktivität, Sicherheit und Einhalten von Mindeststandards weit zurück. Im Hinblick auf die schon 8 Jahre bestehende Vorzeige-Radlösung unterhalb von Puchenau würde es mehr als logisch sein, auch den 4,2 Kilometer langen Radwegabschnittes zwischen Ottensheim und Puchenau auf ein ähnliches Niveau zu heben.
Eine Abfolge von Hindernissen
Wenn man sich die Mängel des bestehenden Radweges ansieht, wird klar, was für einen Qualitätsvorsprung eine vom Autoverkehr und ständigen Querungen befreite Radhauptroute bedeutet. Letztendlich muss man sagen, dass die Zeichen der Zeit schon deutlich sichtbar sind und hier dringend ein Upgrade erforderlich ist. Eigentlich ist dieser Radweg mehr oder weniger eine Abfolge von Hindernissen.
Fehlende Breite und zahlreiche Querungen
Grundsätzlich kann man sagen, dass die Breite des aktuellen Radwegs auf der gesamten Länge nicht den Mindestbreiten entspricht. Wenn eine wichtige Straße in unserem Land nicht mehr den heutigen Ansprüchen entsprochen hat, dann wurde sie in den letzten Jahrzehnten entsprechend ausgebaut. Nicht so der Radweg.
Die sonstigen Hindernisse und Mängel sind schlagwortartig hier aufgezählt. Die Abschnitte, in denen Radfahrende völlig ungefährdet dahinfahren können, sind kurz. Es gibt in diesen Abschnitten immer wieder seitlich einmündende Straßen, zahlreiche Hausein- und -ausfahrten und Zufahrten zu Betrieben und Tankstellen sowie Bushaltestellen am Radweg.
Belastung durch den Autoverkehr
Generell gibt es eine starke Beeinträchtigung durch die parallel geführte Bundesstraße mit einem dichten Pkw- und Lkw-Verkehr. Diese wirkt sich durch Lärm- und Abgasbelastung und bei LKWs durch deutlich spürbare Druck- und Sogwirkungen aus und in der Nacht kommt noch die unangenehme Blendwirkung dazu.
Fast 90 Kanaldeckel auf vier Kilometern
Zudem gibt es allein auf diesen 4 Kilometern fast 90 Kanaldeckel am Radweg, die alle eine mehr oder weniger starke Beeinträchtigung des Radfahrens darstellen.
Hindernischarts:
86 x Kanaldeckel, viele davon ein Hindernis 12 x Hauszu- und -einfahrten 6 x einmündende
bevorrangte Straßen6 x Teilabschnitte mit
senkrechten, unmittelbar
angrenzenden Wänden2 x Betriebsein- und ausfahrten 2 x Einfahrten bei einer Tankstelle 2 x Bushaltestellen am Radweg Unzählige Schlaglöcher, unebene Asfaltoberflächen und dichter, schneller oft viel zu naher, bedroh-
licher Straßenverkehr, runden die negativen Beeinträchtigungen auf der gesamten Länge ab.
Ein Ausbau wäre vergleichsweise einfach
Von den über 4 Kilometern wären nicht ganz 3 Kilometer in einer ähnlichen Weise wie der Abschnitt unterhalb von Puchenau umzusetzen. Die 1,5 Kilometer oberhalb von Dürnberg lassen sich auf der bestehenden Trasse mit vergleichsweise geringem Aufwand zu einer Radhauptroute ausbauen.
Eine überschaubare Investition
Wenn in diesem Land nach wie vor enorme Summen in die Förderung des Autoverkehrs fließen, muss eine im Vergleich dazu kostenmäßig überschaubare Investition in den umweltfreundlichen Radverkehr erst recht möglich sein. Der Ausbau des Donauradwegs zwischen Ottensheim und Puchenau sollte daher nicht länger aufgeschoben werden.
Weiterführende Informationen:
Dokumentation "Gefahrenvoller Donauradweg" (DorfTV, 2020)
Der „Donauradweg“ R1 zwischen Ottensheim und Puchenau entlang der Rohrbacher Bundesstraße gehört zu den gefährlichsten Streckenabschnitten des R1 in Österreich. Obwohl die Gefahren dieser Radstrecke aufgrund wiederholter Unfälle den politisch Verantwortlichen im Land und Gemeinde hinlänglich bekannt sind, wird eine Verlegung des Radweges R1 hin zur Donau seit Jahren politisch verweigert.
Dass dieser R1 als Hauptradroute entlang der B 127 nach Linz geführt wird, ist für alle Radfahrenden (mind. 300.000 pro Jahr) eine unverhältnismäßige Zumutung. Aufgrund der vielen Gefahrenstellen haben wir eine begrenzte aber praxisorientierte Gefahrenanalyse mit dem Ottensheimer Radfahrbeauftragten Helmut Perndorfer durchgeführt. Die Analyse ergab eindeutig: Entschärfung des Hauptradweges nach Linz durch Verlegung hin zur Donau, Streckenführung in Puchenau entlang der Golfplatzstrasse.