Neue Zugkategorien und Reservierungspflichten verteuern die Radmitnahme auf der Pyhrnbahn deutlich – Radausflüge werden unattraktiver. Gleichzeitig hinkt Oberösterreich hinterher: Während andere Bundesländer kostenlose Radmitnahme mit dem Klimaticket ermöglichen, bekommen Fahrgäste in OÖ weniger. Leider ein Rückschritt für klimafreundliche Mobilität.
Ein Artikel aus der OÖ-Beilage des Fahrradmagazins Drahtesel
Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember sind auf der Pyhrnbahn Interregio-Züge als Fernverkehr unterwegs, die teilweise Nahverkehrszüge (REX) mit gleichem Haltemuster ersetzt haben. Das macht den Tagesausflug mit dem Rad bei Hin- und Rückfahrt durch die Reservierungspflicht um 6 Euro teurer. Gegenüber dem Jahr 2014, als es noch eine Radtageskarte um 2,50 Euro gab, ist dadurch die Radmitnahme um den Faktor 4 teurer geworden. Wenn man mit dem Interregio von Traun nach Linz fährt, dann zahlt man 1,40 Euro für die Person (VC Classic) und 5 Euro für das Rad.
In OÖ keine gratis Radmitnahme mit Klimaticket
Genauso ärgerlich ist es, dass es in Oberösterreich im Gegensatz zu manch anderen Bundesländern wie Salzburg, Steiermark, Wien und Burgenland keine Gratismitnahme von Rädern im Nahverkehr bei Besitz eines regionalen bzw. österreichweiten Klimatickets gibt und gleichzeitig das regionale Klimaticket in Oberösterreich um 19 % verteuert wurde.
In der Steiermark, in Wien und im Burgenland sind werktags nur die Spitzenzeiten von der Gratismitnahme ausgenommen. Ab Samstag um 9 Uhr ist diese aber das ganze Wochenende möglich.
Dass hier an großen Teilen des Tages umweltfreundliche Beförderungskapazität weitgehend leer unterwegs ist, während an Wochenenden radbeladene Autos auch zur Erhöhung von Staus auf den Straßen beitragen, also ohne Nachrüstung Verlagerungspotenzial auf umweltfreundliche Verkehrsmittel genutzt werden könnte, sollte der Politik in Oberösterreich die Augen öffnen, hier den Vorreiter-Bundesländern nachzuziehen.