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Radlobby markiert Lücken im Radwegenetz mit roten Teppichen (Architekturtage 2026)

Oberösterreich | Submitted on
Aktion mit rotem Teppich in der Volksgartenstraße in Linz. Hier fehlt eine Radfahrerüberfahrt.
Copyright: Radlobby Linz

Architekturtage 2026: Was uns verbindet – und was noch fehlt

Im Rahmen der Architekturtage 2026 zeigt die Radlobby Oberösterreich konkrete Lücken und Sicherheitsprobleme im Radwegenetz auf. Gemeinsam mit Regionalgruppen und Gemeinden werden an mehreren Orten rote Teppiche im Straßenraum ausgerollt – genau dort, wo Radwege enden, unterbrochen sind oder fehlen.

Die Aktion greift das Motto der Architekturtage auf: „Was uns verbindet – Infrastrukturen des Alltags“. Im Fokus stehen jene Strukturen, die unseren Alltag prägen – von Straßen und Wegen bis zu öffentlichen Räumen. Die Radlobby lenkt dabei den Blick auf eine oft übersehene, aber zentrale Verbindung: Sichere und durchgängige Radinfrastruktur.

Sichtbare Zeichen für unsichtbare Lücken

Die roten Teppiche sind als kurze, symbolische Interventionen im Straßenraum gedacht. Sie machen sichtbar, wo Handlungsbedarf besteht. Der Teppich steht dabei bewusst für den großen Auftritt einer Leerstelle: Für Infrastruktur, die im Alltag notwendig wäre, aber bislang fehlt.

Viele Alltagswege wären problemlos mit dem Fahrrad möglich – wenn die Infrastruktur durchgängig und sicher wäre. In der Praxis scheitert das jedoch oft an Lücken oder unsicheren Querungen.

Gute Wege entscheiden über Mobilität

Wege verbinden Wohnorte mit Schulen, Arbeitsplätzen, Nahversorgung und öffentlichem Verkehr. Ihre Qualität entscheidet darüber, ob Menschen diese Strecken sicher und selbstverständlich aktiv zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegen können.

Über Jahrzehnte wurden Straßenräume vor allem für den Autoverkehr gestaltet. Die Radlobby Oberösterreich setzt sich dafür ein, diese Räume neu zu denken – mit Fokus auf flächensparende, klimafreundliche und alltagstaugliche Mobilität.

„Der rote Teppich wird normalerweise bei besonderen Anlässen ausgerollt – wir rollen ihn dort aus, wo eigentlich sichere Radwege sein sollten. Damit wird sichtbar, was im Alltag fehlt.“ – Johannes Joos, Sprecher der Radlobby Oberösterreich.

Aktionen in ganz Oberösterreich

Die Aktionen finden während der Architekturtage 2026 an mehreren Orten im Bundesland statt und sind bewusst einfach umsetzbar und wiederholbar angelegt.

Ausgewählte Aktionsorte:

  • Linz, Kreuzung Lederergasse / Kaisergasse – keine sichere Querung für Radfahrende und zu Fuß Gehende (Sa, 30.5.2026, Treffpunkt 09:45 Uhr)
  • Linz, Ferihumerstraße / Gerstnerstraße – fehlender Radweg, regelmäßig zugeparkte Bus- und Radspur (Sa, 30.5.2026, Treffpunkt 10:30 Uhr)
  • Linz, B129 Ortseinfahrt (von Wilhering kommend) – fehlender Geh- und Radweg entlang der Bundesstraße (Sa, 30.5.2026, Treffpunkt 11:15 Uhr)
  • Wilhering, B129 Ortseinfahrt (von Linz kommend) – fehlender Geh- und Radweg entlang der Bundesstraße (Fr, 29.5.2026, Treffpunkt 17 Uhr)
  • Leonding, Radweg Füchselbachstraße bei der Kreuzung mit der Gerstmayrstraße - keine sichere Querung für Radfahrende und zu Fuß Gehende (Do, 28.5.2026, Treffpunkt 16 Uhr)
  • Bad Hall, Kreuzung Römerstraße / Kirchenstrasse – unübersichtliche Kreuzung und Gefahrenstelle für Radfahrende und zu Fuß Gehende wegen Sichtbehinderung durch Kfz-Parkplatz, (Fr, 29.5.2026, im Rahmen der Schul-Radln-Aktion, 7:25, 11:30 und 12:30 Uhr)
  • Sierning, Pfarrheimgasse, Zufahrt von der Neustraße zum Kindergarten – für Radfahrende nicht geöffnete Einbahn (Fr, 29.5.2026, Zeitraum 11:00–12:00 Uhr)
  • Sierning, Steyrer Straße, Höhe Mibag – Radweglücke (Fr, 29.5.2026, Treffpunkt: 13 Uhr)
  • Freistadt beim Linzertor – Fr, 29.5.2026, Treffpunkt kurz vorher am Hauptplatz um 15 Uhr
  • Vöcklabruck beim Oberen Stadtturm (Sa, 30.5.2026, 10 Uhr)

An den Aktionen kann teilgenommen werden. Achtung: Manche Interventionen finden nur kurz statt. Bei Interesse bitte pünktlich zum Treffpunkt kommen.

Baukultur und Mobilität gemeinsam denken

Die Radlobby Oberösterreich versteht Radinfrastruktur als Teil der Baukultur. Wie Straßen und Wege geplant werden, prägt langfristig, wie Menschen sich bewegen – und damit auch, wie Gemeinden funktionieren.

Die Aktion soll eine breitere Diskussion darüber anstoßen, wie sichere und durchgängige aktive Alltagsmobilität in Oberösterreich konkret umgesetzt werden kann.

Die roten Teppiche sollen auch künftig immer wieder dort ausgerollt werden, wo Lücken im Radwegenetz sichtbar gemacht werden sollen.


Weitere Informationen:

Aktion mit rotem Teppich in der Stockhofstraße in Linz. Hier fehlte Radinfrastruktur, die mittlerweile nachträglich errichtet wurde.
Copyright: Radlobby Linz

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