Direkt zum Inhalt

4. NÖ Radlobby-Tag 28.2.2026

Niederösterreich | Submitted on

Die Radlobby NÖ ist mit inzwischen 33 Ortsgruppen fest verankert in Niederösterreich und ausschließlich ehrenamtlich tätig. Die Radlobby Niederösterreich wächst kontinuierlich. Zwischen 2021 und 2025 stieg die Anzahl der Mitglieder um 40 Prozent auf über 1700.

Radlobby Niederösterreich aktiv als die Stimme der Radfahrenden

Zahlreiche Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher beteiligten sich bei hunderten Aktivitäten, um das Radfahren attraktiver zu machen. Besonders beliebt ist die Kidical Mass, die Kinderradparade. Diese macht sichtbar und bewusst, dass Kinder einen sicheren Platz im Straßenverkehr brauchen. Für 2026 sind um die 20 Kinderradparaden geplant.  Bei der Kampagne “Sei ein Kavalier und halte Abstand” macht die Radlobby Autofahrende aufmerksam auf das Einhalten des gesetzlich vorgeschriebenen, sicheren Überholabstandes.  

Vertreterinnen und Vertreter aus 33 Ortsgruppen führten hunderte Gespräche, organisierten Veranstaltungen und haben in Zusammenarbeit mit den Gemeinden einige Verbesserungen auf regionaler Ebene erreicht.

Bilanz zu Aktivitäten 3 Jahre NÖ Landesregierung

Die Radlobby Niederösterreich wandte sich 2023 an die neu gebildete Landesregierung mit drei wesentlichen Punkten um Radverkehr in Niederösterreich weiter voranzubringen:

(https://www.radlobby.org/noe/wp-content/uploads/Radlobby_NOE_HandoutPolitik.pdf

  1. Einbindung bei Entscheidungsfindung
    Die Einbindung der Radfahrenden als Expertinnen und Experten für ihren Alltag in die Planung von Radinfrastruktur stellt sicher, dass diese bedarfsgerecht ist. Dazu hat die Radlobby mit allen Fraktionen und den zuständigen Stellen Kontakt aufgenommen.

  2. Landesstraßen - wichtige Verbindungswege in und zwischen Gemeinden
    In niederösterreichischen Gemeinden führen Landesstraßen meist quer durch den Ort und stellen in der derzeitigen Ausführung nicht nur eine Barriere beim Gehen und Radfahren, sondern eine echte Gefahr dar. Hier braucht es starke Verbesserungen.

Die Verkehrstoten in Niederösterreich nahmen in der aktuellen Legislaturperiode zu (Aktuelle Unfallstatistik).  Allein im Bezirk St. Pölten mussten die Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher 2025 drei durch KFZ-Lenkende getötete Radfahrende auf Landesstraßen beklagen (Böheimkirchen 5/2025, Pressbaum 11/2025, bei Statzendorf 12/2025). Die Radlobby sieht hier einen dringenden Auftrag an Landeshauptfrau-Stellvertreter Landbauer rasch Maßnahmen zu setzen. Derzeit stehen nur 6,5 Millionen Euro, das sind gerade einmal etwa 1 % des Straßenbaubudgets des Landes Niederösterreich für Radinfrastruktur zur Verfügung. Weiterhin ist die nicht praxistaugliche Aufteilung der Zuständigkeiten bei Landesstraßen zwischen Land (für die Fahrbahn) und Gemeinden (für Fuß- und Radwege sowie andere Straßen-Ergänzungen) ein wesentliches Hemmnis um eine durchgängige Radinfrastruktur zu erreichen. Die Radlobby Niederösterreich sieht hier das Land Niederösterreich in der Verantwortung, diese überregionalen Verbindungen sicherer zu gestalten. Die Radlobby Niederösterreich wandte sich neben Büro Landbauer dazu im Sommer 2025 erneut an den Rechnungshof, um im Sinne der Bürgerbeteiligung eine Prüfung der Fuß- und Radverkehrs-Infrastruktur entlang von Landesstraßen und der Radverkehrsplanung des Landes Niederösterreich anzuregen. (https://www.radlobby.org/noe/integrierte-fuss-und-radinfrastruktur-auf-landesstrassen/)

Die Radlobby bleibt dran mit etwa der Petition für einen baulich getrennten Radweg entlang der B44. (https://www.radlobby.org/noe/petition-fuer-baulich-getrennten-radweg-entlang-der-b44-in-pressbaum/) und zahlreichen Gesprächen bzgl. der Verbindung Böheimkirchen - St. Pölten (https://www.radlobby.org/noe/st-poelten-boeheimkirchen-sichere-radinfrastruktur-jetzt/) oder zum Radwegausbau in Klosterneuburg: https://mein.aufstehn.at/petitions/radwegeausbau-in-klosterneuburg 

  1. Alltag der kurzen Wege
    Niederösterreich hat durch die alten  Ortskerne, die für Gehende und Radfahrende gebaut wurden, oftmals eine Struktur, mit der ein Alltag der kurzen Wege möglich ist. Mit nachhaltiger Planung und flächenschonender Raumordnung  in Richtung eines Alltages der kurzen Wege können möglichst viele Wege zu Fuß oder mit dem Rad erledigt werden. Hier gibt es in Niederösterreich erste Bemühungen, jedoch sind hier noch einige Anstrengungen nötig, etwa wenn in St. Pölten eine Polizeizentrale abgelegen auf einem Hügel gebaut wird.

In Niederösterreich wird öfter auf das Rad als Transportmittel zurückgegriffen. E-Fahrräder spielen dabei eine große Rolle, da hier auch längere Strecken bewältigt werden können,  Lastenräder und Anhänger sind zunehmend in Niederösterreich anzutreffen. Wo Bahnstrecken vorhanden sind, ist die Kombination Bahn und Rad eine wichtige Fortbewegungsquelle. Die Ergebnisse der Mobilitätserhebung für Niederösterreich sind noch nicht verfügbar. Jedoch stieg etwa in St. Pölten der Radverkehrsanteil von 2013 bis 2024 von 11 auf 18 Prozent. (Quelle: https://www.st-poelten.at/images/Mobilitatserhebung_2024_Prasentation_Final_PDF.pdf

Der Radverkehr stellt in Niederösterreich einen wichtigen Teil der Mobilität dar. In vielen Gemeinden ist der Ausbau von Radinfrastruktur ein wichtiges Anliegen. Auf Landesebene braucht es jedoch wesentlich mehr Anstrengungen, um Niederösterreich zu einem “Radland” zu entwickeln. Die Radlobby setzt sich dafür ein, dass die dringend benötigten Weichen auch in der Infrastruktur in Niederösterreich für den Radverkehr gestellt werden. 


Stichworte: Veranstaltungen

Termine