Direkt zum Inhalt

Linzer Recycling-Radweg ohne Anschluss an Wilhering

Linz | Submitted on
Der Radweg von Linz nach St. Margarethen endet an der Stadtgrenze.
Copyright: Radlobby Linz

Schnäppchenjagen statt vorausschauendes Planen lässt einen guten Radweg an der Stadtgrenze verhungern. Mit der Wiederverwertung eines Baustellenwegs konnte das Budget geschont werden. Mit strategischer Weitsicht könnte eine überregionale Radhauptroute daraus werden.

Ein Artikel aus der OÖ-Beilage des Fahrradmagazins Drahtesel

Ende 2024 wurde der neue Rad- und Gehweg von Linz in den Stadtteil St. Margarethen an der Donau eröffnet. Anfang 2026 wurde weiter investiert: Im Frühjahr wurde der noch ausstehende Umbau auf Höhe der Schiffsanlegestelle abgeschlossen. Ein breiter, 3 Kilometer langer Geh- und Radweg führt jetzt von der Nibelungenbrücke entlang der Donau und der Eferdinger Straße (B129) bis zum sogenannten Burschenschafterturm.

Innerstädtisch perfekt, überregional eine Lücke

Was Badegäste am Donaustrand in St. Margarethen im Sommer zu schätzen wissen werden, lässt allerdings viele Pendler*innen und Freizeitradler*innen ratlos zurück: Warum endet der Radweg weiterhin abrupt, statt ihn entlang der Donau bis in die Nachbargemeinde Wilhering weiterzuführen und die weiterführenden Radrouten dort zu nutzen? Gerade für jene, die von Wilhering nach Linz pendeln oder die südliche Donauseite sportlich nutzen möchten, wäre dieser Lückenschluss naheliegend – topografisch, verkehrlich und strategisch. Und natürlich wäre auch für die touristische Nutzung der Donaulandschaft ein Lückenschluss konsequent.

Der Radweg von Linz nach St. Margarethen ist breit und komfortabel zu fahren.
Copyright: Radlobby Linz
Der Radweg vom Linzer Zentrum zum Stadtteil St. Margarethen ist breit und komfortabel an der Donau zu fahren.

Das Land Oberösterreich verfolgt für die Radhauptroute jedoch eine andere Priorität: Vorgesehen ist eine Verbindung vom Linzer Hauptbahnhof entlang der LILO-Trasse über Hitzing Richtung Alkoven. Diese Achse ist sehr wichtig, dennoch bleibt der Radweg Linz–St. Margarethen damit eine lokale Verbindung ohne überregionale Durchbindung.

Bemerkenswert ist zudem die Entstehungsgeschichte: Laut Verkehrslandesrat Günther Steinkellner konnte beim Bau gespart werden, da teilweise der ehemalige Baustellenweg der ASFINAG neben der B129 für die Donautalbrücke weiterverwendet wurde. Ein „Recycling-Radweg“ also – ökonomisch sinnvoll und charmant. Nur: Infrastruktur zu recyceln ist das eine, strategische Netzplanung das andere. Der Weg mag günstig gewesen sein, bleibt aber ein Fragment, wenn der entscheidende Anschluss fehlt.

Radweg als Radhauptroute weiterführen!

Die Radlobby fordert daher, naheliegende Lückenschlüsse konsequent und strategisch umzusetzen. Ein leistungsfähiges Radhauptroutennetz im oberösterreichischen Zentralraum entsteht nicht durch isolierte Abschnitte, sondern durch durchgängige, alltagstaugliche Verbindungen. Der Lückenschluss von Linz zur Nachbargemeinde Wilhering ist hier der logische nächste Schritt im Zentralraum.

Google Maps-Karte mit Radhauptroute 9 und geforderter Radhauptroute Linz - Wilhering
Copyright: Screenshot Google Maps
Vom Land OÖ geplante Radhauptroute 9 (gelb). Die geforderte Radhauptroute W (Linz-Wilhering) ist blau dargestellt. Sie soll den Donauradweg und westliche Regionen ohne Steigungen anbinden und ist auch touristisch interessant (Screenshot Google Maps-Karte).

Weitere Fotos folgen.

 


Linz - Termine