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Kidical Mass Linz: „Mut muss von der Politik kommen und nicht von den Kindern!“

Linz | Submitted on
Bild der Kidical Mass Flagge vor der Abfahrt
Copyright: Martin Dörsch

Mit einer bunten und fröhlichen Radfahrt haben am letzten Samstag im Mai rund 350 kleine und große Radfahrer*innen bei der Kidical Mass Linz ein starkes Zeichen für kinderfreundliche Mobilität gesetzt. Begleitet von der Polizei führte die Fahrt vom Volksgarten beim Musiktheater durch das Andreas-Hofer-Viertel ins Franckviertel zum Brunnenplatzfest bei der Initiative Foodcoop Franck Kistl.

Kinder, Eltern, Großeltern und viele Unterstützer*innen machten dabei sichtbar, worum es bei der Kidical Mass geht: Kinder sollen sich sicher, selbstständig und mit Freude mit dem Fahrrad durch Linz bewegen können. Dafür braucht es eine Infrastruktur, die Sicherheit bietet – und nicht Mut erfordert, denn ohne Angst radelt es sich besser.

Unter dem Motto „Wir sind der Verkehr!“ und „Wir sind die Zukunft!“ fuhren die Teilnehmer*innen über Haupt- und Nebenstraßen und zeigten, wie lebendig und selbstverständlich Radverkehr sein kann, wenn ausreichend Platz dafür vorhanden ist. Viele Kinder konnten die Strecke selbstständig bewältigen und die Stadt aus ihrer Perspektive erleben.

Am Ziel beim Brunnenplatzfest im Franckviertel wartete ein abwechslungsreiches Programm mit Kinder-Fahrradparcours, der mobilen Radlobby-Bibliothek und zahlreichen Gelegenheiten zum Austausch über nachhaltige Mobilität und lebenswerte Stadtentwicklung – und für alle Kinder gab es ein regionales Bauernhof-Eis.

Kinder bei der Kidical Mass-Fahrt
Copyright: Martin Dörsch

Sichere Radwege statt Elterntaxi

Die Kidical Mass macht auf ein Problem aufmerksam, das viele Familien in Linz täglich erleben: Zu viele Wege sind für Kinder auf dem Fahrrad noch immer unsicher. Fehlende oder unterbrochene Radwege, gefährliche Kreuzungen und mangelnde Radabstellanlagen erschweren den selbstständigen Schulweg und den Alltag vieler Familien.

„Mut muss von der Politik kommen und nicht von den Kindern!“, betont Thomas Hofer, Sprecher der Radlobby Linz.

Die Radlobby Linz fordert daher den raschen Ausbau eines durchgängigen und sicheren Radwegenetzes. Besonders wichtig sind sichere Schulwege, geschützte Radwege entlang stark befahrener Straßen, kinderfreundliche Kreuzungen sowie ausreichend viele hochwertige Fahrradabstellanlagen bei Schulen und öffentlichen Einrichtungen.

Ein Kind fährt alleine auf einer vielbefahrenen, mehrspurigen Straße
Copyright: Radlobby Linz
Ein Kind fährt alleine über den vielbefahrenen Hinsenkampplatz zur Schule. Hier fehlt ein sicherer Radweg.

Mehr Platz für Menschen, weniger Stau

Die hohe Teilnehmerzahl zeigt, dass immer mehr Menschen in Linz sichere Bedingungen für das Radfahren einfordern. Gleichzeitig liegt darin auch eine große Chance für die Stadt: Wenn mehr Kinder und Erwachsene alltägliche Wege mit dem Fahrrad zurücklegen können, profitieren alle. Weniger Elterntaxis und mehr Radverkehr bedeuten weniger Stau, mehr Lebensqualität und mehr Platz im öffentlichen Raum.

Die Kidical Mass zeigt jedes Jahr aufs Neue: Gute Radinfrastruktur ist keine Kinderfrage. Denn Wege, auf denen Kinder sicher fahren können, sind komfortabel und sicher für alle. Davon profitieren Radfahrende ebenso wie die gesamte Stadt.

Ein Kind malt nach der Kidical Mass-Fahrt mit Kreide auf der Straße
Copyright: Martin Dörsch

Foto-Album auf Flickr


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