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Frischer Wind für den Radkeller am Linzer Hauptbahnhof?

Linz | Submitted on
Ein Blick in den Radkeller des Linzer Hauptbahnhof: Urin, Dreck, Vandalismus
Copyright: Radlobby Linz

Nach Jahren des Stillstands scheint endlich Bewegung in die trostlose Situation rund um den Radkeller des Linzer Hauptbahnhofs zu kommen. Erste Gespräche mit neuen Verantwortlichen lassen auf Verbesserungen hoffen – sowohl für Radpendler*innen als auch für sozial benachteiligte Menschen.

Ein Ort des Stillstands und der Verzweiflung
Ein beißender Geruch, vermüllte Ecken und am Boden liegende Menschen prägen das Bild im Radkeller. Der Zustand ist für alle untragbar: Radfahrende brauchen sichere und saubere Abstellmöglichkeiten, obdachlose Menschen nutzen mangels Alternativen den Raum als Zuflucht. Über Jahre hinweg wurde die Verantwortung zwischen ÖBB, Stadt Linz, Land OÖ und anderen Stellen hin- und hergeschoben.

Lösungsansätze mit Vorbildern aus anderen Städten
Die Radlobby verweist seit langem auf funktionierende Modelle in anderen Städten. In Salzburg etwa sorgt ein kontrollierter Zugang mittels personalisierter Zutrittskarte (gegen geringe Gebühr) für geordnete Verhältnisse in der Radgarage. Ein solches System wäre auch in Linz denkbar – kombiniert mit begleitenden sozialpolitischen Maßnahmen für Menschen in prekären Lebenslagen.

Zuständigkeitswechsel als Chance
Mit der Fertigstellung des neuen Busterminals im Linzer Design Center (LDZ) geht die operative Verantwortung für den Radkeller an die OÖ Verkehrsholding GmbH über. In einem ersten Lokalaugenschein und einem fachlichen Austausch konnte die Radlobby Linz konkrete Vorschläge einbringen: Zugangskontrolle, klare Betriebsverantwortung und regelmäßige Reinigung.

Doch eines ist ebenso klar: Die OÖ Verkehrsholding allein kann die soziale Problematik nicht lösen. Die Schaffung sogenannter Non-Compliance-Räume – Rückzugsorte für Menschen, die die bestehenden Hilfsangebote nicht annehmen können oder wollen – ist Aufgabe der Sozialpolitik und muss von Stadt und Land initiiert und finanziert werden. 

Die Radlobby Linz sieht auch weiterhin die Stadt Linz in der Pflicht, sich wenn nötig auch finanziell an einer tragfähigen Lösung zu beteiligen. Es braucht einen politischen Schulterschluss und die Bereitschaft, in eine Infrastruktur zu investieren, die sowohl dem Radverkehr als auch den sozialen Herausforderungen gerecht wird.

Die Radlobby wird den Prozess weiterhin konstruktiv, aber kritisch begleiten – mit dem Ziel, den Radkeller in einen Ort zu verwandeln, der seinem Zweck gerecht wird: Sichere, gut nutzbare Fahrradabstellplätze im Herzen des öffentlichen Verkehrs in Linz.


Siehe auch


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