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Unser Jahr 2025: Der Radlobby-Jahresbericht

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Mit dem Jahresbericht wollen wir gegenüber unseren Mitgliedern, unseren Kooperationspartner*innen sowie der interessierten Öffentlichkeit Rechenschaft ablegen, Transparenz als Organisation leben und unsere Erfolge feiern. Die große Anzahl an Aktionen und Projekten ist nur durch die Unterstützung unserer Mitglieder in Form von Beiträgen sowie der Landesvereine, etlichen Regionalgruppen und vielen Radlobby-Aktiven vor Ort möglich. Vom Eisbaden im Burgenland nach dem Neujahrsradeln, dem traditionellen Radlobby-Start ins Radjahr, bis zu Advent- und Weihnachtsaktionen: Die Radlobby ist das ganze Jahr über aktiv.

Gruppenfoto HAK
Copyright: Peter Provaznik

Kampagnen und Öffentlichkeitsarbeit

Anfang des Jahres wurde unser viermal jährlich erscheinendes Fahrradmagazin DRAHTESEL in der Kategorie “Media Illustration” mit dem Joseph-Binder-Award in Gold ausgezeichnet. Wir freuen uns über diese Bestärkung! Neu beim DRAHTESEL: Seit heuer zeichnet Tom Rottenberg als Chefredakteur verantwortlich.

Screenshot der Potentialkarte Sitzmöglichkeiten. Man sieht um Sitzmöglichkeiten gut versorgte Bereiche, außerhalb dieser die Lücken
Copyright: Radlobby

Ein besonderes Projekt der Radlobby in Wien war die “Potenzialkarte Sitzmöglichkeiten”. Geht-Doch, Radlobby Wien und Walk-Space ermittelten, wo in Wien man sich ausruhen, warten oder einfach in die Luft schauen kann. Die interaktive Karte zeigt vorhandene Sitzgelegenheiten sowie Bereiche, in denen sie fehlen.

In drei Bundesländern drehten sich besonders viele Aktionen rund um den Überholabstand. Auch drei Jahre nach der gesetzlichen Änderung erlebt man auf dem Rad noch immer gefährliche Situationen. Mit der “Aktionswoche Überholabstand” setzte die Radlobby Burgenland im Juni die seit Jahren laufende Abstandskampagne der Radlobby im östlichsten Bundesland um. An zentralen Kreisverkehren im ganzen Bundesland gab es Aktionen. Zusätzlich suchte man auch in einem Einkaufszentrum in Eisenstadt das Gespräch mit Passanten und Passantinnen, um auf den gebotenen Überholabstand und dessen Einhaltung aufmerksam zu machen. Die Radlobby Niederösterreich brachte mit dem Slogan “Sei ein Kavalier - Halte Abstand” das Thema Abstand auf die Straße. Ziel ist, die starke gesellschaftliche Einigkeit für ein rücksichtsvolles Fahrverhalten sichtbar zu machen und das Bewusstsein zu stärken. Die Radlobby Oberösterreich setzte sich beispielsweise in Leonding erfolgreich für mehr Sicherheit ein: An mehreren Straßen werden nun Schilder zum 1,5 m-Überholabstand aufgestellt, und in kritischen Bereichen wurden Abstandsmessungen durchgeführt.

In Salzburg erregte das Projekt Critical City Cycling - ein Augmented Reality-Fahrradspiel viel Aufmerksamkeit. Entstanden ist es in einer Kooperation von Radlobby Salzburg, dem Kulturverein gold extra, Artificial Museum, spicy cycling girls* und dem Kollektiv Kollinski im Rahmen des Forschungsprojekts “Augmented Reality Communities”. Besonders erfreulich war, dass Teilnehmende der Radlobby-Herbstakademie im Zuge einer Exkursion zum Projekt Einblicke in das Thema gewinnen konnten.

In Tirol betonte der “Aktionstag Radverkehr zum Hauptbahnhof Innsbruck”, wie wichtig die gute Anbindung des Radnetzes an Verkehrsknotenpunkten ist. An einem Freitag im Mai zeigte sich am Südtiroler Platz, wie sichere Radinfrastruktur zum Hauptbahnhof in Innsbruck aussehen kann: Eine Fahrspur wurde für einen Tag in einen Pop-up-Radweg umgewandelt. Der temporäre Radweg ist gut angekommen und die Resonanz war sehr positiv. 

Hunderte Radfahrer*innen nahmen beim oberösterreichischen SternRADLn und der Linzer Radparade teil: dieses Mal eine Sonntagsradfahrt mit 3 Kilometern Autobahn. Mehr Platz fürs Rad! Am Schluss: ein buntes Fest am Naturjuwel Segelflugplatz.

Kinder am Rad

Die Kidical Mass als bunt-fröhliche Fahrrad-Demo, die auf Sicherheit auf den Straßen aufmerksam machen soll, erfreut sich in ganz Österreich zunehmender Beliebtheit. Zentrale Termine sind im Mai und im September.

Kidical Mass Klagenfurt
Copyright: Radlobby Kärnten

In Salzburg gab es zwei Kidical Mass-Rundfahrten, Auch in Tirol (Innsbruck) und in Kärnten (Klagenfurt) haben sich im Mai und im September Groß & Klein für die Kidical Mass aufs Rad geschwungen. In Klagenfurt wurde im September die zehnte Kidical Mass groß gefeiert, mit Tombola und Live Musik. In Niederösterreich rollten 2025 Über 20 Kidical Masses in NÖ durch verschiedene Dörfer und Städte.

KM Innsbruck
Copyright: Radlobby Tirol

Mit weit über 10.000 Teilnehmer*innen waren die beiden zentralen Kidical Masses im Mai und September sowie die Grätzel-Kidical-Mass-Demos in Wien wieder ein Riesenerfolg. Ein unglaublich engagiertes Team an über 100 Organisator*innen in den Bezirken hat das möglich gemacht.

Im Burgenland gab es heuer eine besondere Kidical Mass: Nach dem Motto „Radwege, sonst gibt’s Saures! – Für Straßen, vor denen wir uns nicht mehr fürchten müssen“ fand in Neusiedl am See die erste Halloween-Kidical Mass mit vielen verkleideten Kindern, aber auch Erwachsenen statt.

Radlobby Halloween Aktion
Copyright: Radlobby Burgenland

In Bad Hall initiiert die Radlobby Oberösterreich mit Volksschule und Eltern gemeinsam das „Schul‑Radln“: Kinder fahren in einer organisierten Fahrrad‑Bus‑Gruppe sicher und umweltfreundlich zur Schule — gesund, sozial und selbstständig.

Der Bicibus nimmt auch in Kärnten Fahrt auf. Insgesamt gibt es bereits fünf Busse: Wölfnitz, Welzenegg, Köttmannsdorf und zwei in Spittal.

Lange gefordert, endlich realisiert: In Graz wurden ein permanenter (Fischeraustraße) und ein temporärer (Ortweinplatz) Radspielplatz im Juni mit einem Fest eröffnet. Außerdem starteten weitere Bicibus-Linien.

Radspielplatz Fischauerstraße
Copyright: ARGUS Radlobby Steiermark

Verkehrspolitische Forderungen und politische Arbeit

Der Regierungswechsel auf Bundesebene brachte einen Antrittsbesuch der Radlobby Österreich im Büro des Verkehrsminister. Themen waren u.a. die ausgesetzten Radfahrkurse für Volksschulkinder, Bundesmittel für den Radverkehr, die Fahrradverordnung und die StVO-Novelle. Wir danken für das Gespräch und freuen uns auf weiteren konstruktiven Austausch.

Bei der zweiten überparteilichen Parlamentarischen Radtour waren die Radlobby und unser Unternehmensnetzwerk Pro Transportrad ebenfalls dabei. Gemeinsam mit Abgeordneten und Fachleuten der Branche diskutierten wir das Thema Warentransport und den Wirtschaftsfaktor Fahrrad.

Im Jänner 2025 wurde in vielen Gemeinden in Niederösterreich gewählt. Die Radlobby verschickte Fragenkataloge zu Gemeinderatswahlen in Niederösterreich an die Parteien. Schwerpunkte waren die Themenfelder Transparenz, Landesstraßen und Alltag der kurzen Wege.

Im Juni fand in Salzburg der zweite Stakeholder-Workshop zum Landesmobilitätskonzept statt, an dem wir teilgenommen haben. Viele Forderungen finden sich in der veröffentlichten Radstrategie der Stadt. 

Sichere und breite Radwege sind kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit. Mit zwei Pop-Up-Radwegen – auf der Zweierlinie und auf der Linken Wienzeile – hat die Radlobby Wien eindrucksvoll gezeigt, wie es besser gehen könnte: Mehr Platz fürs Rad, weniger Slalom zwischen Säulen und parkenden Autos.

Aktion Linke Wienzeile
Copyright: Peter Provaznik

Linzer Nibelungenbrücke: Politische Misere, aber starke Petition der Radlobby für mehr Mut beim Radverkehr. Die Politik brach ein jahrelanges Versprechen und baute nach viel zu kurzer Umsetzungsphase den geschützten Radweg wieder ab. Die Radlobby Linz startete eine Petition mit über 5.000 Unterstützer*innen: mehr Mut für die Mobilitätswende!

In Innsbruck verknüpft eine neue Verbindung unter dem Hauptbahnhof zwei Stadtteile und schafft damit einen Meilenstein für Innsbrucks Stadtentwicklung. Die Radlobby war mit einer Petition, vielen Hintergrundgesprächen und Medienarbeit zentral an diesem Fortschritt beteiligt.

Radlobby Innsbruck
Copyright: Radlobby Tirol

Aufgrund der fehlenden sicheren Einbindung der Bahnunterführung Waidmannnsdorfer Straße starteten wir in Klagenfurt eine erfolgreiche Medienkampagne, um auf die Problematik aufmerksam zu machen: Medienkampagne Bahnunterführung Waidmannnsdorfer Straße

Vernetzung und Austausch

Die Radlobby war mit spannenden Vorträgen, einem Infostand und in der Moderation beim Radgipfel vertreten. Jedes Jahr bietet der Radgipfel eine großartige Plattform für Austausch und Vernetzung rund um den Alltagsradverkehr in Österreich. Die Gespräche waren anregend und zeigten das breite Engagement für eine fahrradfreundliche Zukunft. Nachdem verschiedene Formen aktiver Mobilität immer gemeinsam gedacht werden müssen, war die Radlobby auch am 1. österreichischen Fußverkehrsgipfel. Superblocks standen im Fokus des Österreichischen Fußverkehrsgipfels als entscheidender Ansatz für eine lebenswerte und klimafreundliche Städte. Auch international waren Vertreter*innen der Radlobby unterwegs und vernetzten sich beispielsweise auf der Velocity in Gdansk.

Die Radlobby Herbstakademie brachte Aktive aus ganz Österreich zu einem intensiven Wochenende in Salzburg voller Vorträge, Exkursionen, Workshops und anregender Gespräche zusammen und stärkte den Austausch und die Vernetzung in der Organisation. Worum es im Detail ging, lesen Sie hier. Ebenfalls in Salzburg: das Rad-Vernetzungstreffen im Mai, bei dem es viele gute Gespräche gab.

Roland Romano
Copyright: Peter Provaznik

Reparaturcafé und Fahrradflohmarkt: Rechtzeitig vor Ostern veranstalteten die GRIBS, Gehen u Radfahrer*innen in Bad Sauerbrunn, und die   Radlobby Rosalia und Burgenland ein Reparaturkcafé und einen Fahrradflohmarkt im Strickerpavillion, Bad Sauerbrunn. 

Unter dem Motto “nach außen stark, nach innen verbunden” führte die Radlobby in Niederösterreich Gespräche mit Parteien auf Landes- und Gemeindeebene, lud zu Radlstammtischen und veranstalte den Radlobby Niederösterreich-Tag

Im Burgenland lud die Radlobby in Kooperation mit der Architekturgalerie RaumBurgenland  zu einem Filmabend im Juni. In der Doku "Der automobile Mensch" zeigt Regisseur Reinhard Seiß, wie Autos in den letzten Jahrzehnten den öffentlichen Raum und unser Denken erobert haben und präsentiert Beispiele für die Belebung des Lebensraumes für uns Menschen.

Im Zentrum der Mobilitätswoche unter dem Titel "Innsbruck macht Meter" stand die Radlobby am Marktplatz: Infos zum sicheren Radfahren, reger Austausch rund um Radverkehr und ein Gewinnspiel mit Glücksrad lockten viele Besucherinnen und Besucher an.

Die Radlobby OÖ und vor allem die Gruppe Linz war 2025 auf Messen und Klima‑Events präsent — etwa bei der WeFair, dem Fest für die Erde und der Messe für junges Engagement — um zu informieren, vernetzen und mit Interessierten ins Gespräch zu kommen.

Die Radlobby Wien lud zum Winterworkshop ein. Gemeinsam mit anderen engagierten Radfahrerinnen und Radfahrer konnte man hier brainstormen, neue Ideen entwickeln, sich vernetzen und über aktuelle Radthemen informieren. Ein besonderes Vorzeigeprojekt ist die Ideenwerkstatt der Radlobby Kärnten. Dieses Jahr konnten sich die Kärntner Radlobby-Aktiven im im Gšeft in St. Michael ob Bleiburg zu Themen rund ums Rad austauschen.

Verkehrssicherheit und Infrastruktur

Bereits im Jänner warnte die Radlobby Österreich auf Bundesebene vor Kürzungen im Radverkehr „Eine zeitgemäße Verkehrspolitik priorisiert den Umweltverbund und sichert langfristig & planbar notwendige Investitionen.“ so Roland Romano, Sprecher der Radlobby Österreich.

Über 300 Orte in Österreich zeigen vor, wie leicht es ist, die Verkehrssicherheit für Radfahrende und Zufußgehende zu verbessern. Sie haben mit den oben genannte sieben Schritten Temposchutz im ganzen Ortsgebiet eingeführt und dienen damit als Vorbild für alle Gemeinden. Gibt es in Ihrem Ort noch kein Tempo 30? Melden Sie sich bei Ihrer Gemeinde und schlagen sie die Temposchutz-Einführung an der Ortstafel vor! Bisher gab es in Österreich keine strukturierte und öffentlich zugängliche Datenbank jener Gemeinden und Ortsgebiete, die bereits Temposchutz im ganzen Ortsgebiet anwenden. Anlässlich des 30-Jahre-Jubiläums der Einführung dieser Maßnahme in der StVO möchten wir dies ändern. Dazu haben wir in den letzten Jahren alle uns bekannten Beispiele zusammengeführt. Wir stellen fest, dass schon deutlich über 300 Ortsgebiete mit einer Temposchutz-Tafel an der Ortstafel ausgestattet sind!

Die Radlobby setzt sich für einen sicheren, vom Autoverkehr getrennten Radweg auf der Strecke zwischen St. Pölten und Böheimkirchen ein: Stellungnahmen zu sicherer Radinfrastruktur in NÖ und integrierte Fuß- und Radinfrastruktur auf Landesstraßen

Rund um Oberwart gibt es auf lokalen Radwegen viele Missstände, die oft auch zu Sicherheitsproblemen führen. Dieses Thema wurde auf Initiative eines aktiven Radlobby Burgenland-Mitglieds heuer vom ORF Bürgeranwalt aufgegriffen. 

Die Radlobby-Analyse: Bauprogramm 2025 ordnet das diesjährige Bauprogramm der Stadt Wien ein, stellt zentrale Highlights vor, listet Änderungen in den Bezirken auf, zeigt, wo weiterhin Ausbaubedarf besteht, und zieht ein Fazit.

In Tirol übermittelte die Radlobby dutzende Vorschläge und geprüfte Einreichungen an die Stadt. Schwerpunkte waren Querungen, Lückenschlüsse, Fahrradstraßen, RVS-konforme Lösungen, Feedback zu Planungsvarianten und die Entschärfung von Gefahrenstellen, zum Beispiel der vermehrte Einsatz von Fahrradstraßen. 

Die Radlobby Kärnten bietet seit heuer CFE-Zertifizierungen für Kärntner Betriebe an. Das Elisabethinen-Krankenhaus in Klagenfurt ist der erste zertifizierte Betrieb und konnte Silber erreichen.

Elisabethinen
Copyright: Radlobby Kärnten

Ausblick

Die großen Themen der Radlobby waren heuer weiterhin Abstand, Temposchutz und die nächste Generation an Radfahrenden. Wir bedanken uns bei allen, die diese vielen Aktionen und den Erfolg der Radlobby in ganz Österreich ermöglicht haben. 

Ins Jahr 2026 blicken wir zuversichtlich. Es ist noch viel zu tun, dass der Radverkehr so wird, wie wir ihn uns vorstellen. Sicher und entspannt für alle. Wir stellen aber in ganz Österreich fest, dass immer mehr Menschen diese Qualität für den Radverkehr einfordern und politisch umsetzen wollen. Wir setzen uns weiterhin für diese gemeinsame Vision ein und bleiben dran.

Haben Sie Interesse, sich aktiv einzubringen und gemeinsam mit anderen engagierten Radfahrenden die Bedingungen für das Radfahren auf zu verbessern? Dazu sind Sie herzlich eingeladen! Wir freuen uns über eine Kontaktaufnahme! 

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Zusammenfassung Punkt 1

Hier kommt der ausführliche Inhalt zum Punkt 1


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