Ist Radfahren auf Zebrastreifen (nicht) verboten?

Darf man auf Zebrastreifen radelnd queren oder macht man sich damit bereits strafbar? Diese Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten. Sie ist in der Straßenverkehrsordnung nicht genau definiert aber per Gericht geklärt. Es gibt:

  • Einerseits kein ausdrückliches Verbot des Befahrens für Fahrrad und Auto
  • Andererseits die Formulierung "Schutzweg gem. §9 Abs. 2 StVO ausschließlich Fußgängern vorbehalten"
  • Und ein Urteil dazu, das das Befahren implizit erlaubt weil es drin nicht bestraft wird, aber den Schutz in Abrede stellt:

"Durch das Verlassen einer Radfahranlage iSd § 2 Abs. 1 Z 11b StVO und dem anschließend fahrendem Überqueren eines Zebrastreifens befindet sich auch ein Radfahrer nicht mehr im Vorrang, da der Schutzweg gem. §9 Abs. 2 StVO ausschließlich Fußgängern vorbehalten und nur diesen das ungehinderte Queren der Fahrbahn zu ermöglichen ist" (29.05.2013, UVS Kärnten)

Zebrastreifen

Die Radlobby sagt dazu:

Ein vorsichtiges, rücksichtsvolles Befahren des Zebrastreifens ist von der StVO also nicht untersagt und wird beispielsweise in St. Pölten auch von der Stadtverwaltung durch Fortführen des gemischten Geh- und Radwegs auf dem Zebrastreifen gezielt herbeigeführt. Zebrastreifen haben dabei jedoch beim Befahren für Radfahrende nicht die selbe Schutzfunktion wie für Fußgänger.

Generell ist aber immer darauf hinzuweisen, dass Radfahrende auf solchen Verkehrsflächen für Fussgänger sehr langsam sein sollten und Fuß- und Radverkehr jeweils eigene Flächen benötigen. Das Mischen dieser beiden unterschiedlich schnellen Verkehrsarten ist nicht zu empfehlen und laut Richtlinien (RVS) nur anzuwenden, wenn wenig Rad- oder Fußverkehr vorkommt.

Auch ein steirisches Urteil bestätigt diese Interpretation:

"Die Aufzählung in der zitierten Gesetzesstelle ist taxativ und kann daher nicht auf Schutzwege ausgeweitet werden. Daß das Befahren von Schutzwegen mit Fahrrädern verboten ist, kann der StVO nicht entnommen werden" (17.10.1996, UVS Steiermark)