Fahrrad-Registrierung oder selber GPS-Detektiv spielen?

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Neben hochwertigem Schloss, Diebstahlversicherung und Positionierung des Gefährts an sciheren Orten ist die Fahrrad-Registrierung eine immer wieder genannte Option: Rahmennummer, Radtyp sowie Name und Kontaktdaten des Eigentümers werden in eine Datenbank eingetragen.

Da die Diebstahlskodierung der Polizei im Jahr 2013 eingestellt wurde, empfiehlt sich eine Registrierung Ihres Fahrrads mit Rahmennummer bei eine Datenbank. Präventiv vor einem Diebstahl ist das bei zwei Anbietern in Österreich möglich, bei fase24 und rahmennummer.at. Bei einer Diebstahlsanzeige wird die Rahmennummer des Fahrrades ohnehin in die  internationale Fahndungsdatenbank der Polizei übertragen. Daher ganz wichtig: Rahmennummer notieren.

Die größte Datenbank hat Fase24 mit mehr als 40.000 registrierten Fahrrädern. Die Registrierung kostet einmalig 8 Euro pro Rad und ist bei Händlern möglich sowie u.a. bei ÖAMTC-Stützpunkten und in Shop und Büros der Radlobby (hier 6 Euro für Mitglieder). Die Non-Profit-Initiative Rahmennummer.at bietet kostenlose Registrierungen an, hat aber weniger Reichweite als fase24. „Derzeit nutzen drei Bundesländer und eine Landeshauptstadt den von ihnen angeforderten und von uns freigeschaltenen Zentralzugang“, erklärte Fase24-Chef Horst Reiter 2015. Eine Registrierung bei Fase24 dient auch als Besitznachweis und ersetzt damit einen eventuell nicht mehr auffindbaren Kaufbeleg.

Empfehlungen der Radlobby

Die Registrierung – so wie sie derzeit gehandhabt wird – vermag jedoch nicht, potenzielle Diebe abzuschrecken. Sie hilft nur in bestimmten Fällen beim Wiederfinden des gestohlenen Rades. Solange die Polizei nicht enger mit den Datenbank- Betreibern zusammenarbeitet, ist der Nutzen leider recht gering. Die Vereine der Radlobby Österreich raten jedenfalls dazu, einen Diebstahl so rasch wie möglich zur Anzeige zu bringen. Damit die Ermittlungen der Kriminalisten eine Erfolgschance haben, muss die Rahmennummer bekannt gegeben werden. Die Registrierung kann helfen, diese wichtige Nummer im Ernstfall schnell parat zu haben.

Mehr dazu: http://www.drahtesel.or.at/schutz-vor-fahrraddieben-oder-placebo/

GPS: Doch lieber selber finden?

Die GPS-Technologie in Kombination mit Smartphones bietet viele Möglichkeiten zum Wieder-Auffinden gestohlener Räder. Zahlreiche Produkte drängen auf den Markt, Langzeit-Erfolgsberichte sind noch nicht vorhanden. Daher können wir hier kein Produkt gesondert empfehlen.

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Ein Überblick:

Der Service Track-To-Me von CODE-No.com ermöglicht es, die Position eines Fahrrades bis auf fünf Meter genau zu lokalisieren. Dabei übermittelt ein fest installierten GPS-Sender den Standort des Zweirads an das Smartphone oder den PC des Besitzers. Das GPS-Gerät wird unsichtbar im hohlen Tretinnenlager des Fahrrades verbaut.

Gut in einem Rücklicht versteckt hält auch das velocate-System Wache. Wenn jemand versucht das Fahrrad zu stehlen, erwacht das System und sendet eine Alarmnachricht auf das Smartphone und übermittelt seinen aktuellen Standort in Echtzeit auf den Trackingserver. Mit digitalem Fahrradpass zur Live-Verfolgung durch die Ermittlungsbehörden. Auch von SaR-mini aus Bremen wird der Besitzer des Rades dann via SMS über einen Diebstahlversuch informiert (nur für IOs erhältlich!)

Der Fahrradcomputer BikeLogger bietet inklusive Fahrrad-App ebenfalls einen Diebstahlalarm. Grundvoraussetzung für den Einsatz ist dabei ein Fahrrad, das mit einem Nabendynamo ausgestattet ist.

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Wichtig bei GPS-Sendern: unsichtbar sein!

Einen anderen Ansatz liefert der Webdienst FahrradJäger mit Sitz in Berlin, denn hier wird auf die Hilfe der Community gesetzt, um gemeinsam gestohlenen Räder zu finden. Ein Aufkleber mit QR-Code ermöglicht zudem schnell den Status eines Rades zu überprüfen.

In Entwicklung

Troja Bike wiederum ist das erste und einzige GPS-Ortungssystem, welches vom Dieb weder abgeschaltet, entfernt oder zerstört werden kann, denn es ist sicher im Fahrradrahmen fixiert. Der Akku läuft bis zu eine Saison lang und kann jederzeit wieder aufgeladen werden. Die Mobilfunkverbindung steht in 44 Ländern. Noch nicht serienreif, noch in Entwicklung.

Infos, Quelle zB: https://www.friendsurance.de/blog/gps-tracker-fahrrad-apps/

Generelle Tipps zur Diebstahls-Prävention