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Radlobby Tirol kritisiert Sperre der wichtigsten Radroute am Marktplatz

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Die Radlobby Tirol kritisiert die Sperre der Hauptroute für den Innsbrucker Radverkehr am Marktplatz ohne ein sicheres Umleitungskonzept. Diese Verbindung entlang des Inns zählt zu den am stärksten frequentierten Alltagsrouten des Landes – dennoch wird sie regelmäßig für Veranstaltungen gesperrt, aktuell erneut durch das „Fischvergnügen“ von 31. Juli bis 18. August 2025 (täglich von 10:30 Uhr bis 23:30 Uhr).

Anstatt rechtzeitig eine vom motorisierten Verkehr getrennte, sichere Umleitung einzurichten, endet der Radweg für tausende Verkehrsteilnehmer:innen abrupt. Der verbleibende Anschluss bei der Markthalle wird zudem häufig durch Lieferverkehr blockiert. Es kommt regelmäßig zu Konflikten – das Unfallrisiko steigt massiv.

„Die Leichtigkeit und Flüssigkeit des Verkehrs muss auch für schwächere Verkehrsteilnehmende gelten. Gerade Radfahrende, ältere und jüngere Menschen sowie Eltern mit Kinderanhängern sind auf durchgängige und sichere Wege angewiesen. Die Stadt ignoriert dieses Grundprinzip systematisch – mit direkten Gefahren für Tausende, die hier täglich unterwegs sind“, so die Radlobby Tirol.

Strukturelle Defizite im Verkehrsressort

Dass sich an dieser Problematik nichts ändert, hat strukturelle Gründe: Die zentrale Stelle für Fuß- und Radverkehr im Tiefbauamt ist seit Monaten unbesetzt. Trotz qualifizierter Bewerber*innen bleibt die Nachbesetzung im Verantwortungsbereich von Stadträtin Mariella Lutz aus. Solange diese Koordinationsstelle nicht besetzt ist, fehlt eine klare Vertretung der Interessen des Rad- und Fußverkehrs in der Verwaltung.

Lösungsvorschlag: Platz fair aufteilen – sichere Spur für den Radverkehr schaffen

Aktuell wird dem Radverkehr im Abschnitt der Umfahrung gerade einmal 1 % des Straßenraums zugewiesen – für tausende Alltagswege völlig unzureichend. Gleichzeitig existiert zwischen Innbrücke und Terminalhier eine zusätzliche Abbiegespur für den motorisierten Verkehr, die nur einen Bruchteil der Leistungsfähigkeit bringt, aber wertvollen Platz blockiert.

Die Radlobby Tirol schlägt daher vor, diese Abbiegespur künftig als reguläre Fahrspur Richtung Westen zu führen und die gewonnene Fläche für einen geschützten, durchgehenden Radweg zu nutzen. Damit entstünde eine sichere und konfliktfreie Verkehrsführung, die dem tatsächlichen Mobilitätsverhalten entspricht und sowohl Radfahrende als auch Fußgänger:innen entlastet.

Nur mit einer fairen Aufteilung des Straßenraums kann Innsbruck eine moderne, sichere und klimafreundliche Mobilität gewährleisten.


Nimmt Bezug auf: Innsbruck